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Donnerstag, den 24. Mai 2018 | PETO-Blatt-Artikel

Partei, Kind und jetzt auch noch Kanzlei


Fraktionsvorsitzende Lisa Pientak im Interview



von Maike Krebber

Blicken wir 14 Jahre zurück. Du standest kurz vor deinem Abitur am OHG, als du dich entschieden hast, in die PETO einzutreten. Wie kam es damals zu dieser Entscheidung?

Damals habe ich mich als Wahlhelferin für die Europawahl gemeldet und kam so mit Daniel in Kontakt. Und bei der Gelegenheit habe ich dann direkt gefragt, wie es wäre, wenn man sich auch für die Arbeit der PETO interessiert. Daraufhin hat er mich fleißig mit Informationen über die Partei versorgt, denn was heute unvorstellbar ist: Damals hatte ich bei mir Zuhause noch kein Internet. Es war dann tatsächlich so, dass Daniel mir teilweise Texte ausgedruckt nach Hause gebracht hat, damit auch ich die Möglichkeit hatte, mich zu informieren.

Und kaum eingetreten, warst du 2004 direkt eine der drei Spitzenkandidatinnen für die Kommunalwahl und schon ein Jahr später Fraktionsvorsitzende. Wie kam es zu dieser rasanten Entwicklung?


Die PETO hat damals aktiv Werbung gemacht, sich zu engagieren, am Wahlprogramm mitzuschreiben und sich für die nächste Kommunalwahl aufstellen zu lassen. Für mich hat sich so die Möglichkeit ergeben, nicht nur ein Mitglied in der letzten Reihe, sondern direkt ganz aktiv zu sein.

Mittlerweile bist du also seit 13 Jahren Fraktionsvorsitzende. Und die PETO hat in dieser Zeit eine rasante Entwicklung mitgemacht. Spätestens bei der Bürgermeisterwahl 2009 war wohl allen klar, was für eine große Rolle sie in Monheim spielt. Wie hast du diese Entwicklung empfunden?

Das war wahnsinnig aufregend und eine riesige Chance, unsere Ideen nun endlich umsetzen zu können. In der ersten Wahlperiode mussten wir mit unseren 7 von 40 Sitzen zwar zwangsläufig ernst genommen werden, aber wir waren nicht stark genug, unsere eigene Ideen durchzusetzen. Und als Daniel dann Bürgermeister wurde und wir mit unseren 12 Sitzen gleichstark mit der CDU waren, ergaben sich natürlich ganz andere Verhandlungspositionen. Hinzu kam in den Folgejahren noch die positive Finanzentwicklung. Plötzlich hatten wir nicht nur genug Stimmen, sondern auch die entsprechenden Mittel, um diese umsetzen zu können.

Du sprachst gerade davon, dass ihr „ernst genommen werden musstet“. Wie hast du den Umgang der anderen Parteien mit dir persönlich empfunden?


Anfangs war es wirklich schwierig, da wir als vorübergehendes Phänomen angesehen wurden. Das ging sogar so weit, dass ich in bestimmten Ausschüssen nicht drangenommen wurde. Zunächst dachte ich, das wäre ein Versehen, aber dafür passierte es dann einfach zu oft. Später hat ein Vorsitzender dann auch zugegeben, dass er keine Lust hatte, sich mit meinen Wortmeldungen auseinanderzusetzen und es nervig fand, dass ich da war. Aber das sind Erfahrungen, die fürs Leben lehren. Heute würde ich mich nicht mehr übergehen lassen.

Das war ja schon ein Beispiel dafür, was sich in den letzten Jahren für die PETO verändert hat. Was gab es ansonsten für Veränderungen und gibt es auch Dinge, die gleichgeblieben sind?


Die reinen politischen Aufgaben sind gleichgeblieben. Was sich aber vor allem verändert hat, ist dass wir durch unsere wachsende Zahl an Sitzen zwar viel mehr durchsetzen können, aber eben auch sehr viel mehr Arbeit dahintersteckt. Und ein weiterer großer Unterschied ist die Entschuldung der Stadt. Es geht plötzlich nicht mehr darum zu entscheiden, wo man kürzen muss und was man sich alles nicht leisten, sondern wie man die Stadt positiv gestalten kann.

Auf jeden Fall ist auch gleich geblieben, dass die PETO nicht davor zurück schreckt, auch mal Entscheidungen zu treffen, die bei manchen Bürgern auf Abneigung stoßen. Wie gehst du damit um, wenn du mit Kritik konfrontiert wirst?


Da muss man zwischen zwei Arten von Kritik unterscheiden: sachliche und persönliche. Über erstere freue ich mich, denn manchmal kann es sehr hilfreich sein, seine Position nochmal zu überdenken und Dinge anzupassen. Wenn es dann aber auf eine persönliche Ebene geht, finde ich es für den Rahmen, in dem wir uns treffen, unangebracht, denn schließlich machen wir Kommunalpolitik und da geht es meist nicht um Leben und Tod. Aber dann versuche ich eine Grenze zu ziehen und daran zu denken, dass derjenige wahrscheinlich nicht mich persönlich, sondern meine Rolle angreifen möchte.

Aber nun zum Hier und Jetzt. Als Fraktionsvorsitzende arbeitest du ehrenamtlich, hast eine 5-jährige Tochter und nun hast du vor kurzem angefangen, als Rechtsanwältin in einer Düsseldorfer Kanzlei zu arbeiten. Wie bekommst du all das unter einen Hut?


Durch Organisation. Ein gut geplanter Wochenablauf ist ein absolutes Muss. Ich kläre früh genug, welche Termine anstehen, wann ich im Büro und wann im Home-Office bin und ob ich oder mein Mann unsere Tochter abholt. Und auch durch Familie und Freunde, die uns sehr unterstützen. Aber ich möchte keine Position missen, denn es würde mir schwerfallen, mich auf einen Bereich zu beschränken. Das Gesamtpaket erfüllt mich einfach.

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