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Mittwoch, den 20. Mai 2020 | PETO-Blatt-Artikel

Ein Sportboothafen für Monheim am Rhein?

Umbau-Pläne für den Greisbachsee

Genau zwischen den beiden Ortsteilen Monheim und Baumberg, hinter der Baumberger Bürgerwiese liegt der so genannte Greisbachsee. Bisher wurde dem Baggersee nur wenig Beachtung geschenkt, doch das soll sich bald ändern. Denn die Stadt denkt gerade darüber nach, den See zu einem Sportboothafen umzubauen. Entsprechende Pläne stellte Bürgermeister Daniel Zimmermann im Stadtrat vor.

Doch ist ein solcher Umbau überhaupt möglich? Und wenn, ja, wie genau könnte die Umgestaltung aussehen? Um genau diese Fragen zu klären, wurden mithilfe einer Machbarkeitsstudie bereits die ersten Details für die Durchführbarkeit des Vorhabens geklärt. Ob sich das Projekt lohnt und die Planung dementsprechend weiter ausgearbeitet werden soll, wird der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung Ende Juni entscheiden. Erst auf dieser Basis könnte die Stadt im Anschluss einige wichtige Gespräche führen, wie beispielsweise mit der Bezirksregierung und den Natur- und Landschaftsschutzbehörden. Denn das Vorhaben erfordert einige Maßnahmen, für die offizielle Genehmigungen eingeholt werden müssen, wie etwa für den Bau eines Kanals, der den See mit dem Rhein verbindet. Schätzungsweise wird es daher bis zu 15 Jahre dauern, bis das Projekt realisiert werden kann.

PETO spricht sich dafür aus, in ein solches Planverfahren einzusteigen. „Das Konzept stellt eine große Chance für die ganze Stadt dar, noch näher an den Rhein zu rücken“, erklärt PETO-Fraktionsvorsitzende Lisa Pientak. „Manche Baumberger scherzen schon heute: ‚Baumberg am Rhein, Monheim hinterm Deich‘. Mit dem Sportboothafen könnte das tatsächlich Wirklichkeit werden. Zudem haben sich Sportboothäfen in vielen anderen Städten bereits gut bewährt. So beweist beispielsweise auch die Atmosphäre am Hitdorfer Hafen, obwohl er inzwischen deutlich in die Jahre gekommen ist, was für ein großer Anziehungspunkt ein solcher Hafen doch ist.“

Doch was genau sieht der bisherige Planungsstand vor? Insgesamt ist ein Sportboothafen mit bis zu 90 Liegeplätzen vorgesehen, für dessen Umsetzung einige Maßnahmen getroffen werden müssen. Denn für die Errichtung des Sporthafens muss nicht nur eine Hafenanlage entstehen, sondern außerdem muss ein Kanal angelegt werden, der den ehemaligen Baggersee mit dem Rhein verbindet. Dieser Kanal wiederum erfordert aus Hochwasserschutzgründen zum einen den Bau einer Schleuse. Zum anderen ist eine Brücke erforderlich, mittels der die Monheimer Straße über den Kanal geführt würde. Für die wachsenden Besucherzahlen ist außerdem der Bau eines Parkplatzes vorgesehen. An der Schleuse und neben der Hafenanlage könnten Aussichtsplattformen entstehen.

Hinsichtlich dieser Maßnahmen müssen in den nächsten Jahren noch einige Entscheidungen getroffen werden. So gibt es beispielsweise für die Schleusentore sechs verschiedene mögliche Bauarten, von denen drei im weiteren Planungsprozess näher untersucht werden sollen. Eine weitere Frage wirft die Entscheidung auf, ob es sich bei der Brücke für die Monheimer Straße um eine feste oder aber eine bewegliche Brücke, also eine so genannte Klapptorbrücke, handeln soll. Die feste Brücke hätte den großen Vorteil eines durchgängigen Verkehrsbetriebes auf der Fahrbahnfläche, erfordert dafür aber eine Höhenbeschränkung der Schiffe. Mit einer beweglichen Brücke hingegen würde man eine solche Höhenbeschränkung umgehen, die Brücke wäre allerdings deutlich aufwändiger im Betrieb und sehr viel kostenintensiver. Zu den weiteren Schritten in der Planung zählt außerdem die Durchführung einer genauen Vermessung sowohl des Greisbachsees an sich als auch seiner Wasserstände.

„Zu den Gesamtkosten lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nur wenig sagen“, erklärt Lisa Pientak. „Auch um hierüber Klarheit zu bekommen, ist es erforderlich, genauer in die Planungen einzusteigen. Dass das geschieht, werden wir im Stadtrat auf jeden Fall befürworten.“

Machbarkeitsstudie der Stadtverwaltung herunterladen (pdf, 3,5 MB)

 

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