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Mittwoch, den 11. März 2026
Für die Bürgermeisterin unzufriedenstellend wird die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am heutigen Mittwoch, den 11. März verlaufen sein. Entgegen dem Wunsch von Sonja Wienecke hat die Erste Beigeordnete Dr. Lisa Pientak angekündigt, die ihr zugedachte Leitung des Bereichs Kinder, Jugend und Familie in der Stadtverwaltung nicht übernehmen zu wollen. In einer persönlichen Stellungnahme bat sie das Gremium, ihrer Bestellung zu widersprechen. „Erstens ist es vom Kinder- und Jugendhilfegesetz nicht vorgesehen, dass Juristinnen oder Juristen ohne einschlägige Fort- und Weiterbildung Jugendämter leiten, und zweitens habe ich mich auf die vorgeschlagene Aufgabe nicht beworben,“ erklärte Lisa Pientak vor den Ausschussmitgliedern.
Die Erste Beigeordnete schilderte, sie sei von dem Vorschlag, dass sie zukünftig die Jugendamtsleitung übernehmen soll, überrascht gewesen. Erst in der vorletzten Woche habe sie von der Bürgermeisterin erfahren, dass diese ihr neben der Zuständigkeit der Jugend- und Schuldezernentin auch die unmittelbare Jugendamtsleitung übertragen wolle.
Dabei betonte die Erste Beigeordnete ihre langjährige Verbindung zur Jugendhilfe. Elf Jahre lang habe sie den Jugendhilfeausschuss als Vorsitzende geleitet und sich intensiv für eine stärkere Zusammenarbeit der Jugendhilfe und der Schulen eingesetzt. In ihrer jetzigen Rolle als für sämtliche Bauprojekte zuständige Beigeordnete verwies sie auf mehrere Projekte, die in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden: Sieben neue Kindertagesstätten seien eröffnet worden, die Betreuungsquote für Unter-Dreijährige sei von 50 auf rund 65 Prozent gestiegen. Zudem seien neue Schulgebäude, die Achtfach-Sporthalle sowie weitere Planungen für Schulneu- und umbauten entstanden.
Doch trotz dieser Bilanz sieht Lisa Pientak keinen Grund, ihre bisherige Zuständigkeit für die Bau- und Planungsbereiche abzugeben. Für ihre aktuelle Aufgabe habe sie den passenden fachlichen Hintergrund, etwa durch ihre frühere Tätigkeit als Rechtsanwältin im Vergabe- und Baurecht. Fachliche Kritik an ihrer Arbeit gebe es nicht. Sie habe vielmehr den Verdacht, es handele sich um eine „Retourkutsche der neuen Mehrheit“ für ihre vorherige kommunalpolitische Tätigkeit.
In diesem Zusammenhang berichtete Lisa Pientak auch von einem Gespräch mit der Bürgermeisterin vor deren Amtsantritt. Diese habe erklärt, sie könne ihr aufgrund ihrer Parteizugehörigkeit nicht vertrauen. Pientak bezeichnete dies als klaren Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot des Grundgesetzes.
Neben der politischen Kritik stellte Lisa Pientak auch die rechtliche Grundlage des Vorschlags infrage. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) sehe grundsätzlich vor, dass im Jugendamt Fachkräfte der Jugendhilfe tätig sein müssen – das gelte auch für die Leitungspositionen. Ausnahmen seien nur möglich, wenn entsprechende fachliche Erfahrung und zusätzliche Fortbildungen nachgewiesen werden könnten. Beides treffe auf sie nicht zu. Sie erfülle die gesetzlichen Voraussetzungen zur Leitung des Jugendamts nicht.
Die Begründung, die in den Sitzungsunterlagen für ihre Eignung genannt worden sei – ihre frühere Tätigkeit als Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses sowie als Aufsichtsratsvorsitzende der Bildung³ gGmbH – wies sie deutlich zurück. „Das, was Ihnen als Begründung vorgelegt wurde, ist ein Witz“, sagte Lisa Pientak gerichtet an die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses. Ein ehrenamtlicher Ausschussvorsitz könne kein Ersatz für ein Sozialpädagogik-Studium sein.
Zum Abschluss ihrer Stellungnahme unterstrich Lisa Pientak ihre persönliche Verbundenheit mit der Kinder- und Jugendpolitik der Stadt. Diese nenne sich zu Recht „Hauptstadt für Kinder“. An diesem Konzept habe sie seit mehr als 20 Jahren in unterschiedlichen Rollen mitgearbeitet. Gleichzeitig machte sie jedoch ihre fachlichen Grenzen deutlich: „Ich bin weder eine Fachkraft nach dem SGB VIII noch jemand, der eine entsprechende Zusatzausbildung erworben hat.“ Mit Blick auf die anstehende Entscheidung appellierte sie daher direkt an den Ausschuss: „Deshalb bitte ich Sie als Jugendhilfeausschuss, meiner Bestellung zur Jugendamtsleitung in aller Deutlichkeit zu widersprechen.“
Stellungnahme von Lisa Pientak herunterladen (pdf, 110 kB)
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