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Sonntag, den 1. März 2009 | Blogeintrag

PETO-Die ALTERnative

von Christian Weiffen

Der Himmel ist bleu, das Gras duftet fraîche, ihr döst frankophil in der soleil und die Damen bzw. Herren der Schöpfung, die vorüberziehen, sehen oh là là aus. Und alles wird sanft ummantelt von dieser himmlischen Ruhe: Keine notorischen Schwarzseher, die das ganze Leben auf diesem Planeten „pessimisieren“. Keine Voll-Pfosten, die zu allem ihre Sülze dazu geben müssen und keine Pausenclowns, die kläglich versuchen, billige Lacher zu erhaschen. Doch ein dräuendes Gerumpel und Gepumpel breitet sich urplötzlich entlang des eben noch blauen Himmels entlang. Dunkle Wolken am Firmament! Bricht nun endlich diese dämliche Apokalypse herein, die uns schon so oft versprochen wurde? Nein, es ist viel schlimmer: Die Zeiten von niveauvollen Artikeln und Texten mit Inhalt im PETO-Blatt sind vorbei:

Nicht wenige wähnten sich in trügerischer Sicherheit. Ihr dachtet, dass ihr dem Grauen entkommen wärt. Mit dieser Sicht der Dinge gewinnt ihr allerdings weder einen Blumentopf noch einen Lotto-Jackpot. Tja, my lovely mister singing club! Mein lieber Herr Gesangsverein: The old Sack is back!

Nach fast einem Jahr haben mich die PETO-Zivis wieder in meinem Seniorenstift besucht, erstmals das Licht wieder angeschaltet und mich an die alte Schreibmaschine gerollt. Mein Gebiss hat man mir allerdings nicht wieder eingesetzt, damit ich meine Fesseln nicht durchbeißen kann. Leider streichen meine Verdauungsenzyme, die in meinem Speichel beheimatet sind, bei dem robusten Abschleppseil, mit dem ich auf dem Stuhl fixiert bin, die Segel und stellen ihre Spalt-Aktivitäten ein. Doch was soll der ganze Mumpitz?

Meine lieben PETO Freunde aus Wülfrath…ähhh …Monheim, ich bin angehalten euch heut’ von Folgendem zu berichten: … und zwar ... ich hab’s vergessen! Ach nein! Die oft nie gestellte Frage lautet wie ich mich als PETO-Alterspräsident und Partei-Methusalem wohl unter den ganzen Jungspunden dieser JUGENDpartei zurechtfinden möge.

Der Tag im Leben des alten Mannes der PETO beginnt mit der neuesten Nachricht meiner Heimleiterin Lisa, dass wieder eine Fraktionssitzung ansteht. Da es in meiner lang vergangenen Jugend noch keine Computer und schon gar kein „Internetz“ gab, habe ich mich bisher konsequent dieser Technologie verschlossen. Folglich bekomme ich die Einladung zur Sitzung immer per Brieftaube „zugemailt“, die mich mit ihrem „Guruguru“ stets in Verzückung zu versetzen weiß. Wer braucht schon diesen neumodischen Schnickschnack? Früher ging es doch auch ohne dergleichen!

Nachdem ich mir eine Wagenladung 4711-Duftwasser hinter die Öhrchen geschmiert habe, geht es denn auch ab nach draußen, wo ich mit meinem Papamobil gen Rathaus starte. In Monheim ausgestiegen, weht mir schon der kalte Wind entgegen und zerzaust meine beiden Haare. Toll, die zwei Stunden vor dem Spiegel hätte ich mir auch sparen können: Die Frisur ist hin!

Trotz dieser persönlichen Niederlage quäle ich mich die Stufen über den nicht vorhandenen Treppenlift hoch. Nach einem anschließenden kurzen Besuch im Sauerstoffzelt geht es flink schlurfend in Richtung Sitzungsraum. Dort werde ich mit einem lauten: „Na, wie geht’s uns denn heute, Herr Weiffen?“ begrüßt. „Hatten Sie schon Stuhlgang?“ Danke der Nachfrage.

Von den netten Schwestern wird mir mein Platz zugewiesen. Dort hängen schon fröhlich drapiert meine Stützstrümpfe, die nur darauf warten meine drahtigen Beine aufzunehmen. Endlich sitzend wird mir die Schnabeltasse in die Schnüss gerammt. Ich hole für wichtige Notizen meine Schiefertafel heraus und beginne emsig mitzuschreiben, so dass der selbst geklöppelte Tafellappen vergnügt im Schreibtakt mitwippt. Da meine trüben Augen auch schon bessere Tage gesehen haben, werden mir sämtliche zu besprechende Vorlagen in der Schriftart „Zeiten Neu römisch“ in Größe 50 vorgelegt. Das alle 5 Sekunden fällige Umblättern, muss ich allerdings selbst bewerkstelligen, was bei dem 80-Gramm-Papier auch kein Zuckerschlecken darstellt. Um den anderen zumindest akustisch folgen zu können, hält sich jeder Redner bzw. jede Rednerin ein Megaphon vor die Kauleiste. Sollte mich bei dieser anstrengenden Prozedur einmal der Hunger übermannen, greife ich zum für unsere Fraktionssitzungen üblichen Knuspergebäck. Da dies jedoch erstens alte Restbestände aus der Bundeswehrkaserne und somit zweitens hart sind, hätten meine „Drittens“ damit eine Menge Arbeit vor sich. Daher werden mir die Kekse stets püriert gereicht. Die anderen Parteimitglieder haben sie zuvor gewissenhaft und aufopferungsvoll für mich vorgekaut.

Falls ich zwischenzeitlich mal den Mund freihaben sollte, darf ich sogar bei den Abstimmungen mitspielen und meinen Senf dazugeben. Für den Fall (z.B. beim Thema Rohrleitungen), dass meine Meinung mit derjenigen meiner jungen Kolleginnen und Kollegen nicht in einen wohligen Einklang zu bringen ist oder ich mal wieder nicht weiß, was ich eigentlich will, stehe ich gramgebeugt auf und verlasse vor dem Votum alleine geschlossen den Saal. Damit ich mich aber nicht erkälte, holen mich die Zivis danach wieder rein, zumal sie meinen ältesten Rat oft benötigen. Schließlich habe ich mehr Lebenserfahrung auf einer Arschbacke abgesessen als diese ganze Horde von Grünschnäbeln zusammen. So rette ich manch’ festgefahrene heiße Diskussion mit Sätzen wie: „Früher war alles besser!“, „Das fangen wir gar nicht erst an!“ oder „Wir hatten ja damals nichts!“

Insgesamt werde ich von der PETO-Rasselbande wirklich nett behandelt, obwohl einige der Aktiven meine Urenkel sein könnten, schließlich bin ich schon 30! Hier wird gelungene Integration vorgelebt und die PETO mutiert zum Mehr-Generationen-Haus. Jung und Alt leben hier harmonisch miteinander. Zum Abschluss einer jeden Fraktionssitzung schauen wir dann mir zu Liebe alle zusammen das Festival der Volksmusik. Da können wir noch alle was lernen, schließlich will Monheim ja bald im Konzert der Großen mitspielen…

 

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