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Dienstag, den 26. Mai 2026
Die Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern im Umfeld des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) atmen auf: Die Mehrheit im Monheimer Stadtrat will nun doch den von der PETO-Fraktion in der letzten Wahlperiode gefassten Beschluss zur Erweiterung der Schule umsetzen. Das teilten die Fraktionen von CDU, SPD und Bündnis ‘90/Die Grünen in einem Brief an die Schulleitung mit.
Stefanie Einheuser, die Co-Vorsitzende der PETO-Fraktion, freut sich für die Schule: „Es ist gut, dass die Ratsmehrheit zur Vernunft gekommen ist und den ursprünglichen gefassten Baubeschluss jetzt doch umsetzen will. Die Aufregung und das Durcheinander der letzten vier Wochen wären allerdings vermeidbar gewesen, wenn die Fraktionen sich vorher mit der Planung beschäftigt hätten. Und auch die laut der Stadtverwaltung entstanden Kosten in Höhe von rund 250.000 Euro für das Aussetzen des Baubeschlusses hätte man sicher sparen können.“
Was war passiert? – In der Sitzung des Monheimer Stadtrats Ende April hatte die Ratsmehrheit aus CDU, SPD, Bündnis ‘90/Die Grünen und Bürgermeisterin zur Überraschung der Schule und der übrigen Ratsmitglieder beschlossen, den schon im Oktober 2025 gefassten Beschluss zur Erweiterung des OHG auf Eis zu legen. Die Mehrheit wollte mögliche Alternativen prüfen lassen und stellte insbesondere den Neubau der Aula in Frage. Diese Entscheidung hatte seitens der Schule und auch der PETO-Fraktion erhebliche Kritik hervorgerufen.
Stefanie Einheuser kritisiert: „Die in der letzten Woche vom Referenten der Bürgermeisterin an alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen versendete E-Mail zum Prüfergebnis enthielt keinerlei neue Informationen zur Planung. Trotzdem behaupten CDU, SPD und Grüne, durch ihren Prüfauftrag würden nun neue Erkenntnisse vorliegen, die bestätigten, dass die bisherige Planung die beste und wirtschaftlichste sei. Das ist gelogen und soll wohl davon ablenken, dass man es vorher schlicht versäumt hatte, sich mit der Planung auseinanderzusetzen. Ganz im Sinne der versprochenen Schlagworte von ‚Zuhören und Transparenz‘ hatte man es ja auch nicht für nötig gehalten, mit der Schulleitung zu sprechen.“
Die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion Dr. Angela Linhart habe sich bereits im September 2025 in einer Sitzung des Schulausschusses nach der Notwendigkeit des Erweiterungsbaus erkundigt. Sowohl der Schulleiter Martin Kaiser als auch der damalige Bürgermeister Daniel Zimmermann hätten daraufhin erläutert, dass die Gebäudetechnik in der Aula nicht mehr funktionsfähig sei, sich das Gebäude nicht im Bestand sanieren lasse und es durch höhere Schülerzahlen auch mehr Platzbedarf gebe. Eine Aufstockung des vorhandenen Schulgebäudes sei statisch ausgeschlossen.
Die Tatsache, dass die Rheinische Post in einem Artikel vom 20. Mai davon spricht, dass die Stadtverwaltung zahlreiche Informationen, verschiedene Planungsvarianten sowie die organisatorischen Randbedingungen „aufgearbeitet“ habe, mache laut Stefanie Einheuser deutlich: „Den Fraktionen wurden lediglich noch einmal alle Fakten serviert, die bereits vorhanden waren. Diese Fakten liegen also nicht wie von der Mehrheit behauptet ‚deutlich schneller vor als ursprünglich erwartet‘, sondern standen schon lange vor der Ratssitzung am 29. April zur Verfügung. Den wahren Erkenntnisgewinn hat doch eher der öffentliche Druck bewirkt, den die Schulleitung sowie auch die Schülerinnen Schüler in den letzen Wochen ausgeübt haben.“
Zu den Finanzen rechnet Stefanie Einheuser vor: „Zwar gibt die Stadtverwaltung an, dass eine kurzzeitige Pause das Gesamtprojekt zeitlich nicht verzögert. Aus denselben Informationen geht jedoch auch hervor, dass selbst eine kurzfristige Unterbrechung mit monatlich 100.000 Euro zu Buche schlägt. Bis der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung im Juli die Projektpause wieder aufheben kann, entstehen also Kosten in Höhe von mindestens 250.000 Euro. Das ist ein sehr hoher Preis für die Unwissenheit der Ratsmehrheit.“
Auch die Schulleitung, die in die Planungen von Beginn an eng eingebunden war, hätte in den vergangenen Wochen sicher Besseres zu tun gehabt, als sich mit den großen Sorgen um die Zukunft des Baubeschlusses zu beschäftigen. Stefanie Einheuser: „Wir wünschen uns, dass der Schulstandort nun tatsächlich ein Gebäude erhält, dass seinen Bedarfen entspricht und sich schnellstmöglich wieder darauf konzentrieren kann, gute Bildungsarbeit zu leisten.“
„Das entstandene Chaos um die Erweiterung des OHG passt leider zum unvernünftigen Vorgehen der Ratsmehrheit bei anderen Projekten. Unnötige Prüfaufträge führen zu Verzögerungen, Kostensteigerungen und Verunsicherung bei beteiligten Akteuren ohne Gegenwert. Das ist nicht nur Zeit- und Geldverschwendung, sondern sorgt auch dafür, dass die Stadt nicht mehr als verlässlich wahrgenommen wird“, bedauert Stefanie Einheuser.
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