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Samstag, den 20. Dezember 2014 | PETO-Blatt-Artikel

Mit Lichtgeschwindigkeit in die Zukunft

Themenabend „Flächendeckender Glasfaserausbau in Monheim am Rhein“ am 27. Oktober 2014 in der Kulisse

von Anne Hankeln-Lang

Dass Monheim am Rhein kommunikationstechnisch den Anschluss an die in dieser Hinsicht führenden Länder sucht, daran lässt Daniel Zimmermann in seinen einleitenden Ausführungen keinen Zweifel. Deutschland befindet sich derzeit in der Verbreitung und in Bezug auf den Stand der Breitbandtechnologie auf den hinteren Plätzen weltweit und dieser Entwicklung will die Stadt Monheim am Rhein mit der MEGA entscheidende Impulse entgegensetzen.

PETO30plus! hat mit dem Thema „Flächendeckender Glasfaserausbau in Monheim am Rhein“ an einem Montagabend viele Bürgerinnen und Bürger in die Kulisse gelockt. Das Lokal platzt aus allen Nähten, als der der Bürgermeister anhand von Folien die Ausgangsposition erläutert. Wir erfahren, dass von den 23 bis 24 Millionen DSL-Anschlüssen in Deutschland ca. 68% nur ca. 6 Mbit/sec leisten. Dabei handelt es sich bei DSL-Verbindungen um asymmetrischen Down- und Upstream (der Upstream dauert immer länger). Im Gegensatz hierzu kann der Down- und Upstream bei der Glasfasertechnologie symmetrisch, also gleich schnell gehalten werden. Dies ist wichtig für Home-Office-Arbeit, wo man oft auch viele Daten wegsenden und nicht nur empfangen möchte. Der Download einer DVD mit DSL in ca. 15 Minuten ist auch unvergleichlich langsamer als in ca. 3 Sekunden mit Glasfasertechnologie.

Jörg Köhl, technischer Leiter der MEGA, berichtet anschaulich und detailliert von den Planungen des großen Telekommunikationsprojektes der MEGA. Begonnen werden soll erst einmal mit einer Leistung von 100 Mbit/sec. Theoretisch gibt es allerdings keine Begrenzung, da Lichtwellen durch das Glasfasernetz geschickt werden und damit ein unbegrenztes Datenvolumen garantieren. Die nicht unbeträchtlichen Investitionen (die Stadt Monheim wird finanziell in Vorleistung gehen), sollen in 10 Jahren refinanziert und zurückgezahlt werden können, so die Prognose. Vorgesehen ist das gesamte Stadtgebiet, beginnend mit den bisher am schlechtesten versorgten Stadtteilen wie der Blee oder dem Waldbeerenberg in Baumberg, mit Glasfaserkabeln bis zu jedem Haus bzw. bis zu jeder Wohnung zu versehen. Der Anschluss ist zu diesem Zeitpunkt kostenlos. Ein WLan-Router wird ebenfalls kostenlos mitgeliefert, wenn man die Produkte von der MEGA bezieht. Diese stellt derzeit die Produktpalette zusammen, die es durch ihr Baukastensystem ermöglicht, für jeden Kunden ein Produkt nach dessen persönlichen Bedürfnissen anbieten zu können. Im Dezember beginnt die Akquisition bei den ersten Hauseigentümern, im März ist Baubeginn. Die Verträge, die dann abgeschlossen werden, beziehen sich nur auf das Verlegen der Glasfaserkabel bis ins Haus (FttH = Fiber to the home). Welche Produkte letztendlich abgenommen werden, bleibt davon erst mal unberührt.

Die MEGA wird diese Aufgabe nicht allein stemmen, sondern mit Kooperationspartnern, z.B. im Störungsmanagement, zusammenarbeiten. Straßenschäden in der Bauphase werden minimiert, indem primär die Bürgersteige genutzt werden sollen. Straßenzüge, die in den letzten Jahren neu gestaltet wurden, erhielten bereits Leerrohre. Insgesamt drei städtische Knotenpunkte gibt es in Monheim, die zusammengeführt in zwei Adern nach Düsseldorf zum überregionalen Knotenpunkt führen. Zunächst soll das Glasfasernetz nur von der MEGA genutzt werden (derzeit mietet Versatel bis 2019 einen Teil des Netzes). Ob man sich irgendwann entschließt, das Netz als Open-Access-Netz weiterzuvermieten, steht noch nicht fest.

Das Angebot Jörg Köhls, den Vortrag interaktiv zu gestalten, wurde von den Besuchern lebhaft angenommen und so konnten schon viele Fragen beantwortet und Beiträge aufgenommen werden. Nach informativen zwei Stunden bedankt sich Christiane Walkenhorst-Risse im Namen von PETO30plus! bei Jörg Köhl und Daniel Zimmermann für die anschaulichen und kompetenten Vorträge und der Abend klingt mit zahlreichen Diskussionsgrüppchen aus.

 

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