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Sonntag, den 16. März 2008 | PETO-Blatt-Artikel

Land streicht MoMo-Mittel

Ende letzten Jahres war Musikschulleiter Georg Thomanek noch in Jubelstimmung: Der Deutscher Musikrat hatte die Monheimer Musikschule wegen ihrer vorbildlichen Kooperation mit den örtlichen Grundschulen für den Förderpreis „Inventio“ auserkoren. Der Preis soll im April offiziell verliehen werden. Er ist mit 1.500 € dotiert und machte das so genannte „Monheimer Modell“, kurz „MoMo“ auf einen Schlag noch bekannter, als es in Fachkreisen ohnehin schon war.

Kürzlich ging jedoch eine weniger erfreuliche Nachricht im Kulturzentrum an der Tempelhofer Straße ein: Das Land wird die Projektförderung für MoMo nicht verlängern. Damit fehlen jährlich rund 35.000 €, die in den vergangenen zwei Jahren, das Modell erst möglich gemacht hatten. Vor allem die zusätzlichen Personalkosten wurden mit diesen Mitteln gedeckt. Die Instrumente, die im Grundschulunterricht zum Einsatz kommen, waren durch die Sparkassenstiftung beschafft worden.

Zu den Gründen für die ausbleibenden Landesmittel kann Thomanek wenig sagen: „Offiziell heißt es, dass grundsätzlich keine Folgefinanzierungen möglich seien. Wir hatten trotzdem fest mit einer Bezuschussung gerechnet.“

Klar ist, dass in den nächsten Jahren erhebliche Mittel an die Musikschulen im Ruhrgebiet fließen werden. Dort läuft das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“, bei dem wie in Monheim alle Grundschulkinder kostenlosen und qualifizierten Musikunterricht erhalten. Bis zum Jahr 2010, wenn Bochum Kulturhauptstadt ist, sollen alle Kinder im Ruhrgebiet mit dem Projekt erreicht werden.

Ähnliche Ansätze in anderen Städten, so auch Monheim, gehen dabei leer aus.

Wie erfolgreich das Monheimer Modell bisher gewesen ist, zeigen schon die Anmeldezahlen für das zweite Schuljahr: 53 % aller Monheimer und Baumberger Zweitklässler nehmen im laufenden Schuljahr an dem Fortsetzungsangebot der Musikschule teil, das sich an das kostenlose erste Schuljahr für alle anschließt.

Rund zehn Prozent aller deutschen Musikschulen haben inzwischen die Monheimer Unterrichtsmaterialien angefordert, die die Musikschule zusammen mit Prof. Karl-Heinz Zarius von der Musikhochschule Wuppertal erstellt hatte. In den nächsten Wochen werden außerdem die externen Evaluationsergebnissse vorgestellt, die den Erfolg des Monheimer Modells belegen sollen.

Nun ist die Stadt gefordert: 20.000 € der ausbleibenden Landesförderung sollen über den städtischen Haushalt finanziert werden, der Rest muss über Sponsoren gedeckt werden.

 

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