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Mittwoch, den 17. Juni 2015 | PETO-Blatt-Artikel

Eine Stadt für alle

Themenabend „Monheim am Rhein all inklusive“

von Anne Hankeln-Lang

„Es ist normal, verschieden zu sein“ – (Richard von Weizsäcker)

Das Ziel des Inklusionskonzeptes ist das Schaffen einer Gemeinschaft, in der Vielfalt geschätzt wird und niemand ausgegrenzt wird, sowie das Bewusstsein für Inklusion bei allen Bürgern der Stadt Monheim am Rhein zu wecken und zu schärfen („barrierefreies Denken“).

Der Inklusionsbeauftragte und Erster Beigeordnete der Stadt Monheim am Rhein, Roland Liebermann, stellte am 12.5.2015 dieses Konzept auf einem PETO30plus!-Themenabend im Pfannenhof vor. Inklusion ist ein Menschenrecht, das in der UN-Behindertenrechtskonvention (von 2006) festgeschrieben ist. Deutschland hat diese Vereinbarung unterzeichnet und ist daher in Verpflichtung, diese nach und nach umzusetzen. Weitere Grundlagen sind ebenfalls der Nationale Aktionsplan der Bundesregierung von 2011 und der Aktionsplan der Landesregierung Nordrhein-Westfalen von 2012. In Monheim am Rhein ist das Inklusionskonzept eines der strategischen Ziele der Stadt.

Am 13.3.2013 beschloss der Rat der Stadt Monheim einstimmig, Inklusion als gesamtstädtische Herausforderung zu sehen. Die Auftaktveranstaltung unter dem Motto „Inklusion vor Ort – Monheim am Rhein, die Stadt für alle“ fand am 22.6.2013 statt. Das Projekt „Aktionsplan Monheim inklusiv“ wurde in sieben Arbeitsgruppen (Bildung; Kultur, Freizeit und Sport; Arbeit und Berufsausbildung; Demografischer Wandel; Wohnen und Bauen; Öffentlicher Raum und Bewusstseinsbildung + Kommunikation) aufgeteilt, die sich aus Vertretern verschiedener Bereiche zusammensetzen, häufig auch mit Vertretern, die Kontakt zu betroffenen Gruppen haben, deren Anliegen hier berücksichtigt werden sollen. In diesem Zusammenhang werden auch verschiedene Gruppierungen wie Vereine (Karnevalsverein etc.) angesprochen, um auch hier zu sehen, wie man möglichst viele inkludieren kann.

Auch bei diesem Themenabend waren betroffene Bürger anwesend. Bei deren Wortbeiträgen wurde deutlich, dass es nicht immer einfach ist, die Anliegen unterschiedlicher Bedürfnisse umzusetzen. So stellen schon die niedrigsten Schwellen wie eine Bürgersteigbegrenzung oder Noppen am Zebrastreifen lästige Hindernisse für Rollstuhlfahrer dar. Für Sehbehinderte sind diese Schwellen und Noppen allerdings lebenswichtig, damit sie nicht unbeabsichtigt auf die Fahrbahn geraten. In diesem Fall müssen beide Gruppen Kompromisse eingehen. Die Schwellen werden wegen der Barrierefreiheit möglichst unauffällig gehalten und der Sehbehinderte muss besonders aufmerksam damit umgehen.

Herr Liebermann weist darauf hin, dass Inklusion in ihren Grundvoraussetzungen schon seit vielen Jahren in Monheim gelebt wird durch Projekte wie u. a. Mo.Ki und Mo.Mo, die Einrichtung der Grundschulorchester oder die Schulsozialarbeit. Barrierefreien Einrichtungen, wie z. B. der neue Busbahnhof, gehören ebenfalls zur Inklusion. Auch hat man im letzten Jahr unzählige Fragebögen verteilt und auch im Internet zur Verfügung gestellt, wo Bürger ihre Wünsche bezüglich ihrer speziellen Bedürfnisse mitteilen konnten und wo sie gerade in Monheim Probleme sehen.

Als Beispiel für die Ergebnisse, die die AG für Demografischen Wandel herausgearbeitet hat, wurden u. a. folgende Punkte erwähnt:

  • Behebung des Fachärztemangels
  • Seniorenwegweiser
  • Oldie-Beauftragter
  • Einrichtung eines kostenfreien Kulturtaxis

Die Umsetzung der in den Arbeitsgruppen erarbeiteten Ziele kann mit dem vorhandenen Personal der Stadt geleistet werden, da sie ohnehin schon mit diesen Aufgaben betraut waren. Der Aktionsplan stellt eine Struktur dieser Arbeit dar.

Aus dem Publikum gab es während und nach dem Vortrag von Herrn Liebermann interessierte Fragen und Anmerkungen, die in diesen Bericht bereits eingearbeitet wurden. Dabei wurde deutlich, dass Betroffene sehr interessiert daran sind, die aus ihrer Sicht wichtigen Bedürfnisse mitzuteilen.

Wer an diesem Abend nicht dabei sein konnte, hat die Gelegenheit, am 15.08.2015 in der VHS am Inklusionstag weitere Informationen zu erhalten.

 

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