Sonntag, den 16. März 2008 | PETO-Blatt-Artikel

Die Kette bleibt

Über die Situation auf der Geschwister-Scholl-Straße hat sich Raimund Elbers in letzter Zeit wohl schon öfter den Kopf zerbrochen.

Los ging es für den stellvertretenden Baubereichsleiter bei der Stadtverwaltung und seine Leute, als im Juni 2003 der Blitz in die alte Ampelanlage an der Kreuzung am Holzweg einschlug. Eine Reparatur war nicht möglich, weil die Ampelanlage so alt war, dass es für die Technik keine Ersatzteile mehr gab.

Nur vier Wochen später ging dann die einige hundert Meter entfernte Ampel an der Hegelstraße kaputt. Auch hier waren keine Ersatzteile mehr zu bekommen.

Kurzerhand wurden beide Ampeln abgebaut, am Holzweg wurde ein provisorischer Kreisverkehr eingerichtet und an der Hegelstraße wurden Zebrastreifen für die Fußgänger markiert, da dort für einen Kreisverkehr der Platz nicht reicht.

In der Folgezeit kam es dann zu Schwierigkeiten mit dem Fahrradweg, der auf östlicher Seite der Geschwister-Scholl-Straße in beide Richtungen führt. Autofahrer achteten beim Abbiegen nicht immer auf die aus beiden Richtungen kommenden Radfahrer. Ein Fahrradschutzstreifen auf der Fahrbahn sollte das Problem lösen. Über den markierten Streifen auf der gegenüberliegenden Seite des Radwegs gerieten jedoch die Anwohner in Aufregung. Sie durften nicht mehr zum Be- und Entladen vor ihren Hauseingängen halten. Manche taten es trotzdem und versperrten damit wiederum den Radfahrern den Weg. Die ärgerten sich ihrerseits über die Bushaltestellen, die sich mit der neuen Radspur schnitten.

Nach nur 14 Monaten war deshalb Schluss. Ende 2004 wurden die ein Jahr zuvor aufgebrachten Markierungen über die komplette Länge der Geschwister-Scholl-Straße wieder entfernt.

Um die Fußgänger und Radfahrer an der Hegelstraße vor den Autos zu schützen, forderten einige Baumberger die Ampel zurück. Raimund Elbers hätte sie bestellt, wenn er grünes Licht vom zuständigen Planungsausschuss bekommen hätte. Mit einer äußerst knappen Mehrheit entschieden sich CDU und FDP jedoch für die kostengünstige Kettenvariante. Dabei wurden der Überweg für Fußgänger und Radfahrer aus der Kreuzung heraus einige Meter in die Hegelstraße verlegt. Eine Kette verhindert seitdem das direkte Überqueren der Straße. Dass die Kette bleibt, bestätigte der Ausschuss nun noch einmal. Statt Geld in eine Ampel zu investieren, soll die Straße insgesamt umgestaltet werden, einige Verkehrsinseln und zur Berghausener Straße mittelfristig einen Kreisverkehr erhalten.

 

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