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Unser 44-seitiges Wahlprogramm ist in gedruckter Form an unseren Infoständen, bei allen Kandidatinnen und Kandidaten oder hier als Download erhältlich.

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Wahlprogramm

Unser Programm für die Kommunalwahl in Monheim am Rhein besteht aus insgesamt sechs Kapiteln. Darin legen wir fest, was wir in den nächsten fünf Jahren erreichen wollen.

Vorwort

PETO besteht aus rund 500 Mitgliedern – zum größten Teil junge Menschen aus Monheim am Rhein, die sich politisch einmischen. Und das mit Erfolg: Seit der Kommunalwahl 2009 stellt PETO mit Daniel Zimmermann den Bürgermeister und seit der letzten Kommunalwahl 2014 knapp zwei Drittel der Mitglieder des Stadtrats. Wir haben die Wahlergebnisse der Vergangenheit stets als großen Vertrauensbeweis betrachtet und in den letzten Jahren hart daran gearbeitet, die in uns gesteckten Erwartungen zu erfüllen. Dass Monheim am Rhein finanziell besser dasteht als viele andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen, dass deutlich mehr Lebens- und Wohnqualität entstanden ist und die Stadt sich so positiv entwickelt, ist sicher nicht allein unser Verdienst. Doch wir sind durchaus stolz darauf, zu dieser Entwicklung unseren Anteil politisch beigetragen zu haben.

Mit zunehmender Verantwortung hat sich unsere als Schülerprojekt ins Leben gerufene Partei seit ihrer Gründung im Dezember 1998 kontinuierlich weiterentwickelt. War die Programmatik in der Anfangszeit sehr eng auf die Altersgruppe der Teenager ausgerichtet, so hat sich das Themenspektrum, für das wir uns verantwortlich fühlen, bis heute altersübergreifend erweitert. Wir haben uns Kompetenzen von der Kinder- und Familienpolitik bis hin zur Wirtschaftspolitik und zum Klimaschutz erarbeitet. Seit 2009 gibt es in unserer Partei eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Titel „30plus“, in der Monheimerinnen und Monheimer ohne Altersbegrenzung nach oben mitwirken.

Wir möchten, dass Monheim am Rhein – die Stadt, in der die meisten unserer Mitglieder aufgewachsen sind, – sich weiter positiv entwickelt. Wir haben dafür eine umfassende Zukunftsvorstellung und ein Wahlprogramm, das alle Bereiche der Stadtpolitik berücksichtigt.

Am 13. September 2020 entscheiden alle Monheimerinnen und Monheimer darüber, ob sie diese Vorstellungen teilen. Wir glauben, dass wir mit unserem Bürgermeisterkandidaten Daniel Zimmermann, mit unseren Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat und erstmals auch einer eigenen Liste für den Integrationsrat nicht nur die geeigneten Personen, sondern auch die richtigen Ideen haben. Und wir bitten dafür erneut um Ihr Vertrauen!

Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Unsere Bilanz

Eine gute wirtschaftliche Entwicklung und die Einhaltung ambitionierter Klimaschutzziele sind für uns kein Widerspruch. Wir wollen Monheim am Rhein zu einer klimaneutralen Stadt machen und arbeiten daran schon seit mehreren Jahren. Schließlich hat die Stadt als Hauptstadt für Kinder und als Mitglied des Klima-Bündnisses eine besondere Verantwortung für zukünftige Generationen.

Bereits 2011 haben wir die Stadtverwaltung mit der Ausarbeitung eines Klimaschutzkonzepts beauftragt. Es wurde unter der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, Fachleuten sowie Mitgliedern aus dem Stadtrat und der Stadtverwaltung erarbeitet und 2014 mit unseren Stimmen verabschiedet. Das Ziel: Den CO₂-Ausstoß der Stadt, aller ortsansässigen Unternehmen und der gesamten Bürgerschaft, der 2010 bei jährlich rund 300.000 Tonnen lag, bis 2030 um 20 Prozent zu senken und bis 2050 auf null zu bringen. Zur Erreichung dieser Ziele wurden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt und ein städtischer Klimaschutzmanager eingestellt.

Seit der Verabschiedung des Klimaschutzkonzepts haben wir

  • die Versorgung aller Haushaltskunden der Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorgung GmbH (MEGA) zu 100 Prozent auf zertifizierten Ökostrom umgestellt,
  • mit dem Monheim-Ticket und der Monheim-Ticket-Pauschale den kostenlosen Nahverkehr für Monheim am Rhein eingeführt,
  • das Angebot und die Taktung der örtlichen Buslinien um 50 Prozent gesteigert,
  • mit den beliebten „Stadt-Autos“ ein kostengünstiges Car-Sharing-System mit Elektroautos aufgebaut,
  • erste Ladestationen zur Förderung der Elektromobilität installieren lassen,
  • ein Konzept zur Förderung des Radverkehrs, ein städtisches Fahrradverleihsystem und den Bau des Radschnellwegs nach Düsseldorf auf den Weg gebracht,
  • eine Vielzahl der Maßnahmen des städtischen Klimaschutzkonzepts wie zum Beispiel die Energieberatung und die Beratung zur Wärmedämmung bestehender Gebäude umgesetzt,
  • den städtischen Baumbestand mit seinen rund 10.000 Bäumen trotz der starken Bautätigkeit durch Nachpflanzungen und umfangreiche Pflegemaßnahmen konstant gehalten,
  • große Teile der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technik umgerüstet.

Fortschreibung Klimaschutzkonzept

Damit Monheim am Rhein komplett klimaneutral wird, bleibt einiges zu tun. Wir wollen das vor sechs Jahren verabschiedete Klimaschutzkonzept fortschreiben und durch neue Maßnahmen ergänzen. Außerdem wollen wir nachmessen, wo die Stadt genau steht. Dazu ist eine Gesamtbilanzierung des örtlichen CO₂-Ausstoßes erforderlich, die der Stadtrat bereits in Auftrag gegeben hat. Das überarbeite Klimaschutzkonzept wollen wir so bald wie möglich im Stadtrat verabschieden. Wir werden

  • das Ziel der Nullemission im Einklang mit den Forderungen der Fridays-for-future-Bewegung bereits für 2035 anstreben,
  • die Planung zur Nutzung von Windkraftanlagen entlang der Autobahn A 59 neu auflegen,
  • die Energieversorgung aus regenerativen Quellen auch bei gewerblichen Kunden der MEGA vorantreiben und Monheim am Rhein zur Öko-Strom-Stadt machen,
  • Beratungsleistungen zur Gebäudesanierung im Bestand fortsetzen und noch besser auf vorhandene Förderprogramme aufmerksam machen,
  • neue Quartiere in der Stadt ökologisch planen und die Nutzung emissionsfreier Mobilität fördern,
  • die emissionsfreie Wärmeversorgung für private und gewerbliche Kunden im Rahmen von Contracting-Angeboten vorantreiben,
  • grüne IT-Konzepte („Green IT“) innerhalb der Stadtverwaltung und den städtischen Tochtergesellschaften umsetzen,
  • Veranstaltungen und Beratungsangebote des städtischen Klimaschutzmanagements ausbauen und durch Veranstaltungen weiterer städtischer Abteilungen unterstützen.

Klimafreundliche Mobilität

Im Bereich der Energieversorgung und auch bei der energetischen Sanierung von Gebäuden ist in Monheim am Rhein schon viel passiert. Lediglich im Verkehrsbereich liegen wir noch hinter den gesteckten Zielen zurück. Immer noch legen die Monheimerinnen und Monheimer 53 Prozent ihrer Verkehrswege mit dem Auto zurück. Der Radverkehrsanteil liegt lediglich bei 14 Prozent, der Anteil des öffentlichen Nahverkehrs sogar nur bei 9 Prozent. Das wollen wir ändern, indem wir das Fahrradfahren und die Nutzung des ÖPNV attraktiver machen. Dabei setzen wir ganz auf so genannte „Pull-Faktoren“, d.h. positive Anreize zum Umstieg. Allein schon mit Rücksicht auf den Einzelhandel wird Monheim am Rhein es sich nicht leisten können, Autos aus der Innenstadt auszusperren. Aber wir können das Fahrradfahren und die Nutzung von Bus und Bahn so attraktiv machen, dass möglichst viele Menschen freiwillig und gerne umsteigen. Zur Förderung des Fahrradverkehrs werden wir

  • den Radschnellweg auf der Nord-Süd-Achse zwischen Düsseldorf-Hellerhof und Leverkusen Hitdorf bis 2023 fertigstellen,
  • das städtische Fahrradverleihsystem an den Start bringen und seine Nutzung nach etwa anderthalb Jahren evaluieren,
  • einen Panoramaradweg auf der alten Bahntrasse zwischen der Opladener Straße und der Alfred-Nobel-Straße bauen,
  • bestehende Radwege ausbauen und reparieren,
  • durch das Anlegen von Fahrradstreifen das Problem lösen, dass viele Menschen sich unwohl fühlen, wenn sie auf innerörtlichen Sammelstraßen (Geschwister-Scholl-Straße, Lichtenberger Straße, Niederstraße usw.) die Fahrbahn nutzen sollen,
  • den Radverkehrs-Service durch zusätzliche Luftpumpen (insbesondere an den Schulen) sowie Reparaturmöglichkeiten und Reparaturstationen verbessern,
  • für das umgebaute Rathauscenter und das neue Monheimer Tor eine öffentliche Fahrradgarage etablieren.

Im öffentlichen Nahverkehr werden wir

  • eine Verlängerung der Laufzeit für das kostenlose Nahverkehrsangebot des Monheim-Tickets und der Monheim-Ticket-Pauschale über 2023 hinaus mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) aushandeln,
  • mit Unterstützung der RWTH Aachen das vorhandene Linienkonzept und die Taktungen der Busse auf weitere Verbesserungsmöglichkeiten überprüfen,
  • das Haltestellenausbauprogramm zum barrierefreien Umbau aller Bushaltestellen im Stadtgebiet bis zum Ende der Wahlperiode vollständig abschließen,
  • nach der Fertigstellung eines in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Gutachtens zum emissionsfreien Antrieb der Busflotte der Bahnen der Stadt Monheim GmbH (BSM) die Umstellung der Fahrzeuge auf einen klimaneutralen Antrieb vorbereiten.

Zur Förderung der Elektromobilität werden wir

  • Ladesäulen in privaten Haushalten und auf Parkplätzen von Schulen und Gewerbebetrieben durch die MEGA realisieren lassen,
  • weitere Stationen für das städtische Carsharing einrichten und das Angebot durch weitere Fahrzeuge ausbauen,
  • schon bei der Planung von neuen Quartieren in der Stadt die Nutzung emissionsfreier Mobilität berücksichtigen,
  • Elektrofahrzeuge für die städtischen Betriebe anschaffen,
  • einen emissionsfreien Lieferservice für die Monheimer Lokalhelden aufbauen.

Fairen Handel fördern

Nachhaltigkeit besteht nicht nur aus Klimaschutz. Wir wollen unseren Monheimer Beitrag zu globaler Gerechtigkeit leisten, indem wir die Stadt, die sich seit 2013 „Fair-Trade-Stadt“ nennen darf, auch weiterhin in der Förderung des Fairen Handels stärken. Als „Stadt für alle“ haben wir die Verantwortung, Produkte, die vor Ort verwendet werden, möglichst so einzukaufen, dass Kleinbauernfamilien und Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern unter menschenwürdigen Bedingungen produzieren und von ihrer Arbeit leben können. Deshalb werden wir

  • einen modernen und ansprechenden Fair-Trade-Laden ab Sommer 2021 in der Innenstadt ansiedeln,
  • Mensen, Kindergärten und Schulen verstärkt mit regionalen, biologisch angebauten und fairen Produkten beliefern lassen,
  • Bio- und Fairtrade-Produkte der Monheimer Lokalhelden besonders hervorheben,
  • weiterhin Fair-Trade-Kamelle für die örtlichen Karnevalszüge bereitstellen,
  • die Ansiedlung eines Bio-/Unverpackt-Ladens unterstützend begleiten,
  • den Gedanken des Fairen Handels durch städtische Veranstaltungen und Aktionen bekannter machen,
  • an geeigneten Stellen im Stadtgebiet Trinkwasserbrunnen installieren, sodass Menschen weniger abgefülltes Wasser in Flaschen kaufen,
  • Reparatur-Veranstaltungen, zum Beispiel auf dem Stadtfest, unterstützen, um für die längere Nutzung von gekauften Gegenständen zu werben,
  • dafür sorgen, dass Monheim am Rhein regelmäßig die Rezertifizierung als Fair-Trade-Stadt durchläuft.

Bäume und Naturräume schützen

Der Erhalt von Bäumen ist ein emotionales Thema. Dabei gerät manchmal aus dem Fokus, wie viel die Stadt schon jetzt für ihre Stadtbäume tut. Beim Umbau der Krischerstraße zum Beispiel konnten alle Bäume erhalten werden, obwohl ihre Wurzeln teilweise bis in die Trasse des neuen Abwasserkanals reichten. Die Neugestaltungen des Alten Markts und des Kradepohls wurden von vornherein auf den Schutz der dortigen Linden und Eichen abgestimmt. Und an der Niederstraße sind die Bordsteine um die Bäume herum aufwendig verlegt worden, um den Wurzeln in der so genannten Baumscheibe mehr Platz zu verschaffen. In einer Stadt, die sich verändert, lassen sich dennoch nicht alle Bäume erhalten. Das wurde auf dem Krankenhausgelände sichtbar. Ohne eine Rodung der dortigen Bäume wäre der Bau einer ausreichend großen Tiefgarage nicht möglich gewesen. In solchen Fällen, die wir uns niemals leicht machen, sondern immer sorgfältig abwägen, erfolgen selbstverständlich Ersatzpflanzungen.

Zum Schutz der vorhandenen Stadtbäume und zur Unterstützung von Neuanpflanzungen werden wir

  • in beiden Ortsteilen öffentliche Streuobstwiesen anlegen und Urban-Gardening-Flächen zur Verfügung stellen,
  • die Wirksamkeit des von uns initiierten städtischen Baumförderprogramms auswerten und es falls erforderlich anpassen,
  • einen Klima-Wald anlegen,
  • weiterhin einen behutsamen Umgang mit Stadtgrün sicherstellen sowie regelmäßige Nachpflanzungen durchführen,
  • Dachbepflanzungen auf Gebäuden fördern,
  • für eine insekten- und bienenfreundliche Stadtbepflanzung Sorge tragen,
  • Bienenstöcke im Stadtgebiet fördern,
  • den Rheindeich durch eine städtische Schafherde beweiden lassen, da diese Form der Bewirtschaftung für den Hochwasserschutz geeigneter ist als der Grasschnitt mit Maschinen.

Digitalisierung und Monheim-Pass

Der Monheim-Pass ist schon kurze Zeit nach seiner Einführung ein echter Erfolg: Rund die Hälfte aller Bürgerinnen und Bürger hatte sich im ersten Monat nach dem Erhalt des Passes für dessen Nutzung freigeschaltet – und das, obwohl aufgrund der Corona-Krise der öffentliche Nahverkehr erheblich eingeschränkt und die Bibliothek geschlossen war. Monheim am Rhein hat damit ein Bürgerkonto geschaffen, das prozentual gesehen von so vielen Bürgerinnen und Bürgern genutzt wird wie in keiner anderen Stadt in Deutschland. Damit ist der Grundstein für viele weitere digitale Services gelegt, die in der kommenden Zeit noch in den Monheim-Pass integriert werden können.

Doch auch abgesehen vom Monheim-Pass ist die Stadt digitaler geworden: Mehr Bürgerservices als jemals zuvor sind online verfügbar. Über den Mängelmelder werden Beschwerden und Hinweise aus der Bürgerschaft zügig abgearbeitet. Und die Schulen sind in digitaler Hinsicht erheblich weiter als andernorts. Dabei ist Digitalisierung kein Selbstzweck. Wir wollen digitale Lösungen immer dann einsetzen, wenn sie technologisch fortschrittlicher, sozial inklusiver und ressourcenschonender sind als die bisherigen analogen Prozesse. Im Einzelnen werden wir

  • das städtische Fahrradverleihsystem und die Stadt-Autos (Car Sharing) mit dem Monheim-Pass verknüpfen, um dadurch ein multimodales Mobilitätsangebot zu schaffen, das heißt, den einfachen Wechsel zwischen mehreren umweltfreundlichen Fortbewegungsmitteln auf einer Wegstrecke zu ermöglichen,
  • städtische Dienstleistungen, wie zum Beispiel die Anmeldung zu Kursen der Volkshochschule, der Musikschule und der Kunstschule, den städtischen Abfallkalender, eine Bezahlfunktion und weitere nützliche Angebote in den Monheim-Pass integrieren,
  • das städtische WLAN-Netz überall im Stadtgebiet verfügbar machen,
  • das Informationsangebot auf den Stadt-Displays weiter ausbauen, zusätzliche Standorte einrichten und dabei die Nutzbarkeit für Informationen örtlicher Vereine berücksichtigen,
  • für die Kulturraffinerie K714 ein digitales Verkehrsleitsystem aufbauen,
  • die Digitalisierung der Stadtverwaltung vorantreiben und wiederkehrende Antragsvorgänge für Gewerbetreibende wie für die Bürgerschaft digitalisieren.

Stadt für alle

Unsere Bilanz

Mehr als jede andere Partei haben wir uns in den letzten Jahren für ein positives Miteinander aller Menschen und die Gleichberechtigung diskriminierter Bevölkerungsgruppen eingesetzt. Das Ziel, Monheim am Rhein zu einer „Stadt für alle“ zu machen, ist für uns kein Lippenbekenntnis. Wir treten auch dort für unsere Überzeugungen ein, wo es einfacher wäre, nichts zu tun. Wir sind uns sicher, gerade in den strittigen Punkten die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben. Wir haben dafür gesorgt, dass wirklich alle Monheimerinnen und Monheimer sich als gleichwertiger Teil dieser Stadt fühlen können.

Im Einzelnen haben wir:

  • die im letzten Wahlkampf versprochene Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft umgesetzt und den Bau von insgesamt 430 teils sozial geförderten Wohneinheiten begonnen,
  • einen Inklusionsbeauftragten in der Stadtverwaltung benannt, ein städtisches Inklusionsbüro eingerichtet sowie die Miniprojektbörse „Aktiv inklusiv“ ins Leben gerufen, bei der Vereine und Institutionen Fördermittel für ihre Inklusionsaktivitäten erhalten,
  • das städtische Inklusionskonzept in wichtigen Teilen umgesetzt und Aspekte der Barrierefreiheit in sämtlichen städtischen Bauprojekten berücksichtigt,
  • die Aufnahme von Geflüchteten im Rahmen einer gelebten Willkommenskultur organisiert, hierfür bis zu 13 Stellen in der Sozialen Arbeit geschaffen, individuellen familienfreundlichen Wohnraum im gesamten Stadtgebiet zur Verfügung gestellt, ehrenamtlich Tätige nach Kräften unterstützt und von Anfang an zusätzliche Sprach- und Integrationskurse angeboten,
  • die beiden Monheimer Moscheegemeinden zu gleichberechtigten Mitgliedern der Stadtgesellschaft gemacht und den Vereinen Grundstücke zur Verfügung gestellt, um sie aus ihren derzeitigen Hinterhofsituationen herauszuholen,
  • die Bürgerbeteiligung wie versprochen sowohl in klassischer als auch in digitaler Form im Rahmen des städtischen „Mitmach-Portals“ erheblich ausgeweitet,
  • die Gründung von mittlerweile drei ZWAR-Netzwerken, in denen ältere Menschen „zwischen Arbeit und Ruhestand“ neue Kontakte knüpfen können und gemeinsame Freizeitaktivitäten durchführen, durch die Stadtverwaltung erfolgreich begleiten lassen,
  • den Vereinssport mit seinen wichtigen Beiträgen zur Jugendarbeit, zur Integration und zur Fitness älterer wie jüngerer Mitglieder gefördert und hierzu mit der neuen Sportanlage Am Waldbeerenberg, den Kunstrasenplätzen im Rheinstadion und im Heinrich-Häck-Stadion sowie durch die Schaffung zusätzlicher Sporthallenkapazitäten in beiden Stadtteilen ein umfangreiches Sportstättenkonzept umgesetzt.

Bürgerschaftsbeteiligung

Nachdem wir bei der letzten Kommunalwahl mit 65 Prozent der Stimmen nahezu eine Zweidrittelmehrheit im Stadtrat erhalten hatten, war klar, dass zu einer verantwortungsvollen Ausübung dieser Mehrheit eine noch stärkere Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern und deren Beteiligung an wichtigen Entscheidungsprozessen gehört. In den letzten Jahren haben wir Wort gehalten und die Bürgerschaftsbeteiligung durch die Besetzung von zwei Koordinationsstellen in der Stadtverwaltung, durch die Einführung zusätzlicher digitaler Beteiligungsformate, durch unzählige klassische Bürgerschaftsbeteiligungen und durch unsere eigenen Themenabende erheblich ausgeweitet. Daran wollen wir anknüpfen. Wir werden

  • im Stadtrat eine verbindliche Beteiligungsrichtlinie verabschieden, die der Bürgerschaftsbeteiligung einen verlässlichen Rahmen gibt und für die Stadtverwaltung festlegt, welche Fragen auf welche Art und Weise mit der Bürgerschaft gemeinsam bearbeitet werden,
  • am Angebot verschiedener Methoden der Online-Beteiligung (Kooperation, Konsultation, Information) festhalten, das städtische Mitmach-Portal weiter ausbauen und nutzungsfreundlicher gestalten,
  • bei wichtigen Planungsprozessen mehrere Büros in einem Wettbewerbsverfahren beauftragen und die Bürgerschaft von Anfang an in die Planung einbeziehen
  • die Reaktionszeiten im Mängelmelder weiter verbessern,
  • auf die Zugänglichkeit der Bürgerschaftsbeteiligungen sowohl in den klassischen als auch den digitalen Formaten Acht geben.

Vielfalt fördern

Wir sind uns des Problems bewusst, dass es auch in einer Stadt, die sich als „Stadt für alle“ bezeichnet, Ausgrenzung und Intoleranz gibt. Menschen, die nicht persönlich betroffen sind, nehmen rassistische, islamfeindliche, antisemitische, homophobe oder sexistische Äußerungen im Alltag vielleicht nicht immer wahr. Deshalb ist es wichtig, sich klar zu machen, dass solche Einstellungen auch in Monheim am Rhein in unterschiedlichen Ausprägungen verbreitet sind. Unsere Antwort darauf ist, dass Menschen, die politische Verantwortung tragen, sich ausgrenzende Einstellungen niemals zu eigen machen dürfen, sondern stets und unmissverständlich deutlich machen müssen, dass die große Mehrheit in dieser Stadt für Toleranz und Vielfalt eintritt – Werte, die übrigens auch das Grundgesetz garantiert. Gleichzeitig gilt es, die bestehende Vielfalt weiter zu fördern, zusätzliche Anlässe für ein positives Miteinander zu schaffen und für ein Umfeld zu sorgen, in dem gegenseitige Vorurteile abgebaut werden. Dazu werden wir

  • Vielfalt und Begegnung fördern, indem wir Vereine, zivilgesellschaftliche Initiativen und andere Einrichtungen, die sich für Integration und Interkulturalität engagieren, in ihrer Arbeit sowohl organisatorisch als auch finanziell unterstützen,
  • die Zusammenarbeit des Stadtrats und der Stadtverwaltung mit dem Integrationsrat verbessern,
  • für eine stärkere Einbindung der Betroffenen sowie eine intensivere Zusammenarbeit mit den Migrantenselbstorganisationen Sorge tragen,
  • uns weiterhin dafür einsetzen, Menschen aller Glaubensrichtungen in den gegenseitigen Dialog zu bringen und insbesondere die beiden Moscheegemeinden in die Mitte der Gesellschaft zu holen,
  • auch in den Belangen der LGBTQ-Bewegung mehr Verständnis füreinander schaffen und hierfür in den gemeinsamen Austausch gehen,
  • das vom Rat beschlossene Konzept zur interkulturellen Bildung umsetzen und dafür die organisatorischen Voraussetzungen in der Stadtverwaltung schaffen,
  • bilinguale Konzepte in Kindertagesstätten fördern, die die Mehrsprachigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund berücksichtigen,
  • vorhandene Städtepartnerschaftsaustausche zwischen Schulen, Vereinen und Einrichtungen fördern sowie weitere Austausche initiieren,
  • die Bereitstellung von kostenlosen Interrailpässen für 18- bis 20-Jährige fortsetzen,
  • die städtischen Aktivitäten zur Bekämpfung von Rechtsextremismus intensivieren,
  • den Opfern des Nationalsozialismus mit der Verlegung weiterer Stolpersteine gedenken und ein Monheimer Shoa-Museum im Rahmen der Monchronik errichten,
  • das interkulturelle Angebot der Volkshochschule, der Bibliothek und weiterer Bildungs- und Kultureinrichtungen stärken,
  • die Zahl der Beschäftigten mit Migrationshintergrund in der Stadtverwaltung erhöhen,
  • eine gleiche Zahl von Frauen und Männern in den Führungspositionen der Stadtverwaltung anstreben,
  • das anonymisierte Bewerbungsverfahren für gerechte Stellenbesetzungen bei der Stadtverwaltung fortsetzen,
  • die Nachbarschaftshilfe „Hand in Hand“ zu einem noch umfassenderen Netzwerk des nachbarschaftlichen Miteinanders weiterentwickeln.

Inklusion ermöglichen

Die Grundidee von Inklusion ist es, jeden Menschen als einmaligen und wertvollen Teil der Gesellschaft zu betrachten. Auch wir verfolgen für Monheim am Rhein das Ziel, eine Stadt zu sein, in der Vielfalt wertgeschätzt, Teilhabe für alle aktiv ermöglicht und niemand ausgegrenzt wird. Dazu ist es erforderlich, dass möglichst viele Akteure dieses Ziel mittragen und sich dafür einsetzen, Menschen unabhängig von ihrer körperlichen, seelischen oder sozialen Situation die vollständige und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Wir werden hierzu unseren Beitrag leisten, indem wir

  • das vorhandene Inklusionskonzept fortschreiben und dabei eine Beteiligung von Menschen mit und ohne Behinderung sicherstellen,
  • die städtische Förderrichtlinie „Aktiv inklusiv“ auf Basis der Erfahrungen der letzten Jahre überarbeiten, dabei weiterhin eine unbürokratische Antragstellung ermöglichen und das zur Verfügung stehende Budget aufstocken,
  • dafür sorgen, dass relevante Informationen der Stadt in leichter Sprache zur Verfügung stehen,
  • die Barrierefreiheit in städtischen Gebäuden verbessern,
  • einen Schrägaufzug zum Monberg bauen, der eine ausfallfreie Zugänglichkeit der Aussichtsplattform ermöglicht und auch für die Nutzung mit schweren elektrischen Rollstühlen geeignet ist,
  • privaten Geschäftsleuten sowie Eigentümerinnen und Eigentümern bei der Verbesserung der Barrierefreiheit von Einzelhandelsgeschäften und Gastronomiebetrieben helfen,
  • Kindergärten, Schulen, Vereine und private Unternehmen bei ihren Inklusionsbemühungen unterstützen,
  • ein Pilotprojekt zur Verbesserung der schulischen Inklusion ins Leben rufen und den Zielen der UN-Behindertenrechtskonvention Rechnung tragen, dass mehr Kinder mit Förderbedarf eine Regelschule besuchen können,
  • Beratungsleistungen und Informationen des Sozialen Dienstes und der städtischen Seniorenhilfe bekannter machen,
  • die drei existierenden ZWAR-Netzwerke in organisatorischen Fragen unterstützen.

Retten, Helfen, medizinische Versorgung

Dass man sich in Monheim am Rhein sicher fühlen kann, liegt an einer leistungsfähigen Feuerwehr, aber auch an überdurchschnittlich vielen vor Ort tätigen Hilfsorganisationen. Seit dem Wegfall des Krankenhauses arbeitet die Stadt außerdem daran, die medizinische Versorgung in Monheim am Rhein zu verbessern. Mit dem Start der Bauarbeiten für den so genannten Gesundheitscampus an der Alten Schulstraße ist dafür ein wichtiger Grundstein gelegt worden. Um eine bessere Versorgung zu erreichen sowie zur Unterstützung der Feuerwehr und der örtlichen Hilfsorganisationen werden wir in den nächsten Jahren

  • das Konzept zur Gewinnung ehrenamtlicher Feuerwehrkräfte weiter umsetzen sowie die Nachwuchsarbeit in der Kinder- und der Jugendfeuerwehr stärken,
  • eine besondere Ansprache von Menschen mit Migrationshintergrund zur Anwerbung für die Freiwillige Feuerwehr und die Hilfsorganisationen auf den Weg bringen,
  • die neue Feuer- und Rettungswache an der Paul-Linke-Straße in Monheim bis Anfang 2022 fertigstellen,
  • ein neues Feuerwehrgerätehaus für den Löschzug Baumberg der Freiwilligen Feuerwehr bauen und die dortigen Mitglieder der Feuerwehr in die Planung einbeziehen,
  • den Brandschutzbedarfsplan unter Beibehaltung der definierten Schutzziele fortschreiben und die daraus resultierenden Maßnahmen umsetzen,
  • bei der Entgegennahme von Notrufen auf die Kooperation mit der Leitstelle der Langenfelder Feuerwehr setzen,
  • das beschlossene „Haus der Hilfsorganisationen“ zur räumlichen Unterbringung des Roten Kreuzes, des ASB, der DLRG und des Malteser Hilfsdienstes auf dem Gelände der alten Baumberger Tennishalle errichten,
  • medizinische Fachrichtungen, die in Monheim am Rhein bereits nicht mehr vorhanden oder vom Fortzug bedroht sind, auf dem Gesundheitscampus ansiedeln,
  • die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums auf dem Gesundheitscampus vorantreiben.

Sport verbindet

Judo, Tanzen, Gesundheitssport, Schach und natürlich Fußball – das sind nur einige wenige der vielen Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen, die es dank der zahlreichen örtlichen Sportvereine gibt. Wir haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass Sporthallen und ‑plätze erhalten geblieben sind, die in früheren Jahren auf der Streichliste standen. Viele Anlagen sind modernisiert worden. Seit diesem Jahr spielt kein Monheimer Fußballverein mehr auf Asche. Moderne Kunstrasen- oder Naturrasenplätze sind der Standard. Dieses Engagement für den Sport und seine Vereine wollen wir fortsetzen, indem wir

  • das Jahnstadion grundhaft sanieren,
  • eine neue Sportanlage mit zweieinhalb Fußballplätzen für die Sportfreunde Baumberg sowie ein Tenniszentrum für die drei bestehenden Tennisclubs am Kielsgraben errichten,
  • den Sportplatz am Waldbeerenberg nach Fertigstellung des Fußballzentrums am Kielsgraben zum Leichtathletikzentrum umbauen,
  • das geplante Funktionsgebäude im Rheinstadion bis Ende 2021 fertigstellen,
  • das Mona Mare grundlegend sanieren und das Angebot durch ein Wellenbecken, eine zweite Rutsche und einen größeren Kinderbereich mit Wasserspielen erweitern,
  • die Belange des Vereinssports in allen Sporthallen, im Mona Mare und auf den städtischen Sportplätzen angemessen berücksichtigen und ausreichende Trainingszeiten zur Verfügung stellen,
  • eine Tanz- und Trainingshalle für die örtlichen Karnevalsvereine auf der Frohnstraße bauen,
  • Sportvereine bei Städtepartnerschaftsaustauschen unterstützen und den Kontakt zu möglichen Partnervereinen vermitteln.

Vereine und Ehrenamt

Was wäre Monheim am Rhein ohne seine mehr als 160 Vereine, in denen sich unzählige ehrenamtlich Aktive für Sport, Kultur, Brauchtum, Karneval, Soziales und das Miteinander in der Stadt engagieren? Wir sind froh und dankbar für dieses Engagement und haben Vereine und Gruppen dort, wo es möglich war, nach Kräften sowohl finanziell als auch organisatorisch unterstützt. Darauf wollen wir aufbauen. Wir werden

  • die Ehrenamtskarte bei den Monheimer Vereinen noch stärker bekannt machen und den Karteninhaberinnen bzw. Karteninhabern auch in Zukunft attraktive Vergünstigungen in städtischen Einrichtungen zur Verfügung stellen,
  • die Sparkassenstiftung aus Haushaltsmitteln der Stadt weiterhin entlasten sowie durch die Schaffung geeigneter Anlageformen so führen, dass trotz gesunkener allgemeiner Zinserträge genügend Mittel für die Förderung der vielfältigen Monheimer Vereinslandschaft erhalten bleiben,
  • die Funktion einer einheitlichen Ansprechperson in der Stadtverwaltung für die Genehmigung von Vereinsveranstaltungen, Nachbarschaftsfesten und ähnlichen Aktivitäten stärken,
  • in Form eines „Hauses der Vereine“ die räumliche Situation der Vereine und deren Vernetzung untereinander verbessern sowie das Baumberger Bürgerhaus in dieser Funktion für den Stadtteil stärken,
  • den Karneval in seinen unterschiedlichen Ausprägungen als wichtigen Teil des Monheimer Brauchtums weiterhin unterstützen.

Wohnen für alle

Monheim am Rhein ist ein gefragter Wohnort. Das liegt an der direkten Nachbarschaft zu boomenden Städten wie Köln und Düsseldorf, aber auch an der Tatsache, dass die Mieten und Immobilienpreise hier immer noch deutlich günstiger sind als in den benachbarten Städten. Gelegentlich entsteht der Eindruck, dass sich die Nachfrage nach Wohnraum in Monheim am Rhein durch die Kitagebührenfreiheit, den hohen Zuwachs an Arbeitsplätzen und auch Vergünstigungen wie den kostenlosen Nahverkehr besonders stark erhöht. Das mag zwar prinzipiell stimmen, in der tatsächlichen Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt sind diese Effekte allerdings noch nicht ablesbar. Der Bodenrichtwert hat sich in Monheim am Rhein in den letzten fünf Jahren lediglich im Trend der gesamten Region verteuert. Er liegt für durchschnittliche Wohnlagen gegenüber 290 bis 310 Euro/m² im Jahr 2015 heute im Bereich von 410 bis 430 Euro/m². Damals wie heute waren vergleichbare Grundstücke in Langenfeld und Hilden im Durchschnitt noch einmal etwa 100 Euro/m² teurer. Sie liegen dort heute im Mittel bei 510 bis 530 Euro/m².

Der Grund dafür ist die hohe Nachfrage nach Wohnraum in der gesamten Region und in der Tatsache, dass deutlich zu wenige Wohnungen gebaut werden. Der Deutsche Mieterbund schätzt, dass in Nordrhein-Westfalen jedes Jahr 80.000 neue Wohnungen benötigt werden. Tatsächlich werden pro Jahr jedoch nur 50.000 Wohnungen fertiggestellt. Deshalb und vor dem Hintergrund niedriger Zinsen ziehen die Immobilienpreise in ganz Nordrhein-Westfalen rasant an.

Um diesem Trend entgegenzuwirken und dafür zu sorgen, dass genügend Menschen in Monheim am Rhein bezahlbaren Wohnraum finden, werden wir

  • den Neubau von Wohnungen durch die Monheimer Wohnen GmbH vorantreiben, die ersten 430 Wohnungen bis 2022 bezugsfertig errichten und weitere 400 Wohneinheiten für die Jahre nach 2025 planen,
  • bei privaten Wohnbauvorhaben mit mehr als 50 Wohneinheiten auf vormals städtischen Flächen den Bau von sozial geförderten Wohnungen zu mindestens einem Drittel festschreiben,
  • in der Stadtplanung sozial gemischte Quartiere fördern, damit die Postadresse keinen Aufschluss über den sozialen Status der Bewohnerinnen und Bewohner gibt,
  • behutsame Nachverdichtung im Innenbereich ermöglichen und dabei an geeigneten Stellen wie zum Beispiel an der Danziger Straße zusätzliche Einfamilienhausbebauung einplanen,
  • ein Bebauungsplanverfahren für das frühere Gelände des Raiffeisenmarkts durchführen,
  • stimmige Konzepte für die Bebauung auf dem Hasholzer Grund und im Pfingsterfeld entwickeln,
  • das vorhandene Umspannwerk von der Friedhofstraße zur Alfred-Nobel-Straße verlagern und die hierdurch freiwerdenden Grundstücke für Wohnungsbau und den Gemeinbedarf nutzen,
  • die vor Gericht gegen die CO-Leitung klagende Baumberger Familie weiterhin bei ihrem Versuch unterstützen, eine Inbetriebnahme der Leitung zu verhindern.

Stadtteilmanagement Berliner Viertel

Schon in der letzten Wahlperiode haben wir dafür gesorgt, dass das Berliner Viertel wieder ein eigenes Stadtteilmanagement erhalten hat. Wir haben gleichzeitig einen umfassenden Planungsprozess mit Bürgerinnen und Bürgern aus dem Berliner Viertel, der LEG, verschiedenen Institutionen und Vereinen sowie den Kirchen und Religionsgemeinschaften begonnen und dem Berliner Viertel ein eigenes strategisches Ziel im Zielkonzept der Stadt gewidmet. Diese Aktivitäten haben wir in der zu Ende gehenden Wahlperiode fortgesetzt. Mit dem Baustart auf dem Gelände der früheren Anton-Schwarz-Schule gibt es erstmals seit 1974 wieder relevante Neubautätigkeiten für Wohnungen im Berliner Viertel. Und durch die Investitionen der LEG Wohnen in neue Fassaden und eine zeitgemäße Wärmedämmung für ihre privaten Wohnungsbestände bekommt das Viertel ein neues Gesicht.

An diese Erfolge wollen wir anknüpfen. Wir werden

  • das Ankaufprogramm der Stadt für Ladenflächen am Ernst-Reuter-Platz und auf der Friedrichstraße fortsetzen, um den Branchenmix langfristig aus der Rolle der Eigentümerin steuern zu können und für ein ausgewogenes Angebot an Einzelhandel und Dienstleistungen sorgen,
  • die Aktivitäten des Stadtteilmanagements mit Beteiligungs- und Beratungsangeboten für die Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels, mit dem jährlichen Septemberfest sowie weiteren Veranstaltungen am Ernst-Reuter-Platz stärken,
  • den kleinen Durchgang im Wohnhaus Tempelhofer Straße schließen und die dortigen nicht mehr vermietbaren Ladenflächen in Wohnungen umwandeln,
  • den Bürgerbeteiligungsprozess der „Zukunftswerkstatt Berliner Viertel“ fortführen,
  • auf weiteren geeigneten Flächen wie zum Beispiel gegenüber dem blauen Gebäude der Kita „Max und Moritz“ Wohnungen durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft bauen lassen,
  • ein Konzept zur Attraktivierung privater Spiel- und Bolzplätze entwickeln.

Kinder- und Familienfreundlichkeit

Unsere Bilanz

Monheim am Rhein ist eine Stadt, die den selbst gewählten Titel „Hauptstadt für Kinder“ zu Recht trägt. Und wir sind froh darüber, dass wir durch unsere Politik hierzu einen Beitrag leisten konnten. Unser Hauptziel ist es, allen Kindern unabhängig vom sozialen Status ihrer Eltern optimale Chancen auf Bildung und Entwicklung zu geben. Dafür ist in den letzten Jahren eine vorbildliche Bildungslandschaft entstanden, die um unzählige Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie ein großes Netzwerk an Kooperationspartnern ergänzt wird.

Wir haben

  • Eltern durch die Gebührenfreiheit der Kindertagespflege, der Kitas und des Ganztags in den Grundschulen je nach Einkommensgruppe und Betreuungsform um mehrere hundert Euro pro Monat entlastet,
  • einen höheren Betreuungsstandard in den Kitas geschaffen und mehr Fachkräfte im Verhältnis zur Anzahl der Kinder finanziert, als es im Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen üblich ist,
  • die Anzahl der Betreuungsplätze im Bereich der Unter-Dreijährigen trotz des hohen Mehrbedarfs, der durch den Zuzug von Familien entsteht, von 33 Prozent (im Kita-Jahr 2013/14) auf 48 Prozent (im Kita-Jahr 2020/21) gesteigert und dafür fünf neu gebaute Kitas in Betrieb genommen,
  • die Mo.Ki-Präventionskette konsequent von der Geburt eines Kindes bis zum Übergang in dessen Ausbildung oder Studium erweitert,
  • dem Wunsch vieler Eltern entsprochen und ein Mo.Ki-Café in Baumberg eröffnet,
  • den Anteil der vorhandenen Ganztagsplätze in den Grundschulen von 50 Prozent (im Schuljahr 2013/14) auf 88 Prozent (im Schuljahr 2020/21) gesteigert,
  • die Bildungsqualität in den Schulen durch eine optimale Ausstattung mit Räumen und Lehrmitteln deutlich verbessert,
  • durch die Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse mit iPads soziale Ungleichheiten gemildert und die Grundlage für digitale Unterrichtsinhalte geschaffen,
  • durch die Gründung einer zweiten Gesamtschule und das Auslaufen der Sekundarschule ein klares und von den Eltern akzeptiertes Modell von zwei Gesamtschulen und einem Gymnasium etabliert, die als weiterführende Schulen ihren Schülerinnen und Schülern ohne weiteren Schulformwechsel alle denkbaren Schulabschlüsse ermöglichen,
  • einen Baustandard für die sechs Grundschulen und die weiterführenden Schulen geschaffen, der deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt, und diesen in ersten Bauprojekten (Winrich-von-Kniprode-Schule, Schule am Lerchenweg, Hermann-Gmeiner-Schule, Schulzentrum am Berliner Ring) umgesetzt,
  • ein Außensportgelände für die Peter-Ustinov-Gesamtschule realisiert,
  • im Landschaftspark Rheinbogen mit dem Wasserspielplatz und dem Skate-und-BMX-Park einen echten Anziehungspunkt für Kinder, Jugendliche und Familien geschaffen,
  • städtische Spielplätze saniert, attraktive Sport- und Spielangebote auf der Monheimer Bürgerwiese geschaffen und Bolzplätze wie zum Beispiel am Heinrich-Zille-Platz mit Kunstrasenbelägen ausgerüstet.

Mo.Ki – das preisgekrönte Präventionsprojekt

Wir wissen, dass es der größte Wunsch aller Eltern ist, ihr Kind gesund aufwachsen zu sehen und ihm dabei alle Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen, die es befähigen, ein glückliches und selbstbestimmtes Leben zu führen. Wir wissen allerdings auch, dass nicht alle Eltern über die gleichen Mittel und Ressourcen verfügen, um ihren Kindern solch eine optimale Entwicklung zu ermöglichen. Unser Ziel ist es deshalb, Eltern bei der Begleitung ihrer Kinder zu unterstützen und ihnen eventuell fehlende Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Dadurch schaffen wir Chancengleichheit für alle Kinder in Monheim am Rhein.

Den wichtigsten Baustein zur Erreichung dieses Ziels stellt das vor 18 Jahren von der Stadt Monheim am Rhein und der Arbeiterwohlfahrt gestartete Präventionsprojekt Mo.Ki „Monheim für Kinder“ dar. Das Jugendamt wollte weg von der bloßen Reaktion auf Defizite hin zu einer aktiven und frühzeitigen Präventionsarbeit. Dabei soll vor allem der vielfältig nachgewiesene Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Bildungserfolg eines Kindes abgemildert werden.

Wir haben Mo.Ki von Anfang an unterstützt und dafür gesorgt, dass die jeweils begonnen Pilotprojekte nach ihrer Einführungsphase zum Regelangebot wurden. Für die weitere Stärkung von Chancengleichheit in Monheim am Rhein werden wir

  • das im Bau befindliche Mo.Ki-Zentrum an der Heinestraße bis Frühjahr 2021 fertigstellen, um mehr Platz für das bei Eltern sehr beliebte Mo.Ki-Café und ein multiprofessionelles Angebot für die Koordinierung der städtischen Sprach- und Entwicklungsförderung zu schaffen,
  • in einem neuen Projektbaustein unter dem Titel „Mo.Ki inklusiv“ die schulische Inklusion von Kindern mit Förderbedarf verbessern und hierfür mit der Uni Köln und der Bergischen Diakonie kooperieren,
  • uns für eine Verbesserung der Hebammenversorgung einsetzen,
  • das Mo.Ki-Netzwerk fortlaufend weiterentwickeln, es – wo nötig – erweitern und durch wissenschaftliche Evaluation überprüfen lassen,
  • die Wünsche und Anregungen von Eltern durch regelmäßige Befragungen in die Mo.Ki-Konzeption einfließen lassen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

In der „Hauptstadt für Kinder“ nehmen wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ernst. Zu diesem Zweck haben wir seit 2014 nicht nur die Gebühren für Kindertagesstätten, die Kindertagespflege und für die Ganztagsbetreuung in den Grundschulen abgeschafft, sondern auch die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze erheblich ausgeweitet.

Für die nächsten Jahre sehen wir einen weiter steigenden Bedarf an Ganztagsangeboten. Wir wollen dabei aber auch die Betreuungsqualität in den Blick nehmen und verbessern. In der nächsten Wahlperiode werden wir

  • die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter stärken, indem wir die Betreuungsmöglichkeiten für Unter-Dreijährige in Kindertagesstätten und der Kindertagespflege konsequent ausbauen und eine Angebotsquote in Höhe von 70 Prozent anstreben,
  • insgesamt sechs weitere Kitas in beiden Stadtteilen bauen und dabei die Träger- und Konzeptvielfalt vergrößern, z. B. durch eine Bauernhofkita, bilinguale Kitas, eine Bewegungskita und ähnliche Konzepte,
  • die Zahl der zur Verfügung stehenden Ganztagsplätze im Grundschulbereich entsprechend der Bedarfslage weiter ausbauen und verstärkt rhythmisierte Ganztagsklassen einrichten,
  • zusätzliche Ganztagsräume und Mensen schaffen, sodass die Schulen auch räumlich auf die Bedürfnisse von Ganztagskindern eingestellt sind,
  • die Qualität im offenen Ganztag weiter ausbauen,
  • uns für ein gesundes Essen aller Kinder in den Kitas und im offenen Ganztag einsetzen und verstärkt auf regionale, biologisch angebaute und faire Produkte setzen,
  • an der Gebührenfreiheit für alle Null- bis Zehnjährigen in den Kindertagesstätten, der Kindertagespflege sowie dem Ganztag der Grundschulen dauerhaft festhalten,
  • mit den Trägern der Kindertagesstätten nach Lösungen suchen, um Eltern dort, wo es aus beruflichen Gründen erforderlich ist, auch außerhalb des meist üblichen Rahmens von 7 bis 17 Uhr flexible Betreuungszeiten gewährleisten zu können.

Attraktive Spielplätze

Schon seit sieben Jahren stellen wir der Stadtverwaltung durch unsere Stimmen im Stadtrat erhebliche Mittel zur Erneuerung der städtischen Kinderspielplätze sowie zum Umbau der Schulhöfe aller Grund- und weiterführenden Schulen zur Verfügung. Mittlerweile sieht man die Ergebnisse. Jedes Jahr wurden zwei bis vier der insgesamt rund 60 städtischen Spielplätze neugestaltet. Auch der Umbau der Schulhöfe zu attraktiven Spielhöfen ist weitestgehend abgeschlossen. Darauf aufbauend werden wir

  • die Aufwertung und Neugestaltung der städtischen Kinderspielplätze konsequent vorantreiben,
  • den Landschaftspark Rheinbogen um einen Kinder-Bauernhof ergänzen, in dem Kinder unter fachkundiger Anleitung am Beispiel von Schafen, Ziegen, Geflügel, Schweinen und Alpakas einen verantwortlichen und artgerechten Umgang mit Tieren erlernen,
  • die Freifläche neben dem Schützenplatz mit einem naturnahen Minigolfparcours ausstatten,
  • nach Wegen suchen, wie wir eine bessere Instandhaltung und eine höhere Qualität der im Eigentum der LEG oder privater Wohnungseigentümergemeinschaften befindlichen Spielplätzen erreichen können.

Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche

Der Bau einer Skateranlage war ein langgehegter Wunsch von Monheims Jugendlichen. Schon vor 25 Jahren gab es hierzu erste Ideen und Forderungen. Mittlerweile gehören die Skaterinnen und Skater der ersten Stunde schon selbst zur Elterngeneration. Umso mehr freuen wir uns, dass wir in der zu Ende gehenden Wahlperiode das Versprechen einlösen konnten und im Grünzug an der Kapellenstraße ein attraktives Areal für Skatende und BMX-Fans entstanden ist.

Natürlich unterstützen wir auch viele andere Jugendfreizeitangebote. Hierzu gehören das Rheincafé, das Haus der Jugend, der Baumberger Jukuba, das Sojus 7, das Herbstkino in der Aula am Berliner Ring und ein mittlerweile etabliertes Jugendtheaterangebot der Monheimer Kulturwerke. Hieran wollen wir in den nächsten Jahren anknüpfen. Wir werden

  • uns für mehr öffentliche Sportfelder für Basketball und Hockey, für Fußball auf Kunstrasen-Bolzplätzen sowie für Kletterwände einsetzen und damit einige der bestehenden Spielplatzanlagen jugendgerechter gestalten,
  • dafür sorgen, dass preisgünstige Veranstaltungsräume für private Veranstaltungen von Jugendlichen zur Verfügung stehen,
  • das Haus der Jugend mit einer Bowlingbahn und einem Tonstudio ausstatten sowie dessen Öffnungszeiten erweitern,
  • mit dem SKFM über eine Rekommunalisierung des Baumberger Jukuba ins Gespräch kommen,
  • die mit den Mitgliedern des Sojus-Teams, des Rhein Rock e.V. sowie weiteren ehrenamtlich Aktiven abgestimmte Um- und Neubauplanung für das Sojus 7 bis Sommer 2022 umsetzen,
  • im Rahmen der anstehenden Schulbauprojekte dringend benötigte Band-Proberäume schaffen,
  • das jährliche Rhein-Rock-Open-Air auf der Baumberger Bürgerwiese weiterhin unterstützen,
  • im Obergeschoss über dem von Schülerinnen und Schülern geführten Rheincafé einen Kinosaal einrichten und in Kooperation mit den Schülerinnen und Schülern ein Programmkinoangebot schaffen.

Zukunftsinvestitionen in Schulen

Viele Entscheidungen, die für Schulen wichtig sind, so zum Beispiel über die Anzahl der zur Verfügung stehenden Lehrerstellen, die Klassengrößen, Unterrichtsziele und die Lehrplangestaltung, werden vom Land getroffen. In Monheim am Rhein empfinden wir jedoch eine Verantwortung für die städtischen Schulen, die über die bloßen Aufgaben der Stadt in ihrer Funktion als Schulträgerin weit hinausgeht. Der irische Schriftsteller Oscar Wilde schrieb im 19. Jahrhundert: „Die Schule müsste der schönste Ort in jeder Stadt und in jedem Dorf sein – so schön, dass die Strafe für ungeratene Kinder darin bestünde, am nächsten Tag nicht in die Schule gehen zu dürfen.“ Auch wenn man heutzutage wohl kaum von „ungeratenen Kindern“ sprechen würde, dem Anspruch, dass Schulgebäude optimal ausgestattet und ansprechend gestaltet sein müssen, fühlen wir uns verpflichtet. Wir werden

  • das neue Schulzentrum für die Lottenschule und die Astrid-Lindgren-Schule bis zu den Sommerferien 2021 fertigstellen,
  • einen Erweiterungsbau für die Armin-Maiwald-Schule realisieren,
  • den geplanten Dachausbau der Winrich-von-Kniprode-Schule umsetzen,
  • die Erweiterung des Gebäudes der Peter-Ustinov-Gesamtschule auf eine 7-Zügigkeit vorantreiben sowie das bestehende Schulzentrum modernisieren,
  • rund 125 Millionen Euro in das Schulzentrum am Berliner Ring investieren, sodass Räume für eine 7-Zügigkeit des Otto-Hahn-Gymnasiums und die neu gegründete Gesamtschule mit ihrer zukünftig eigenen Oberstufe entstehen, zusätzliche Sporthallenkapazitäten geschaffen werden und die Aula nach der Fertigstellung der Kulturraffinerie von Grund auf saniert werden kann,
  • eine neue Grundschule im Stadtteil Baumberg an der Bregenzer Straße und eine weitere neue Grundschule im Stadtteil Monheim im Pfingsterfeld bis Sommer 2025 errichten,
  • das Lernzentrum für Schülerinnen und Schüler in der städtischen Bibliothek erweitern und bei den Umbauprojekten der weiterführenden Schulen geeignete Selbstlernräume schaffen,
  • die drei weiterführenden Schulen mit der Kooperation ihrer gymnasialen Oberstufen unterstützen, sodass Schülerinnen und Schüler mehr Wahlmöglichkeiten im sprachlichen und naturwissenschaftlichen Bereich haben,
  • ein Konzept zur Verbesserung der Medienkompetenz beauftragen,
  • für kleinere Klassen sorgen als die Klassenfrequenzrichtwerte des Landes es vorsehen,
  • die Schulen beim Knüpfen internationaler Kooperationen unterstützen und Schüleraustausche mit den Partnerstädten fördern,
  • die Unterstützung der Schulen durch städtische Schulpsychologie und Schulsozialarbeit sicherstellen,
  • das Konzept zur Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler mit iPads fortlaufend weiterentwickeln,
  • weitere Kooperationen der Schulen mit der Musikschule, der Kunstschule und dem Ulla-Hahn-Haus ermöglichen.

Kulturelle Bildung

Kulturelle Bildung ist ein unverzichtbarer Teil der allgemeinen Bildung. Es ist erwiesen, dass die Beschäftigung mit Kunst, Musik und Literatur die generellen Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen erhöht und Zugänge zum gesellschaftlichen Leben schafft. Wir messen der kulturellen Bildung eine große Bedeutung bei und unterstützen deshalb das „Gesamtkonzept Kulturelle Bildung“ der Stadtverwaltung, dessen Hauptziel es ist, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Kunst und Kultur zu erleichtern, aber auch die öffentliche Aufmerksamkeit auf Kinder- und Jugendkultur zu lenken.

Wir wollen diese Arbeit in den nächsten Jahren fortsetzen und werden dazu

  • die Angebote der Musikschule, der Kunstschule und des Ulla-Hahn-Hauses fortlaufend weiterentwickeln mit dem Ziel, möglichst alle Kinder und Jugendlichen in Monheim am Rhein zu erreichen,
  • die bestehenden Kooperationen der Kultureinrichtungen mit den Grundschulen und den weiterführenden Schulen ausbauen,
  • das Ulla-Hahn-Haus um ein Ulla-Hahn-Archiv erweitern,
  • das Angebot des Kinder- und Jugendtheaters der Monheimer Kulturwerke weiterentwickeln und zusätzliche kinder- und jugendgerechte Veranstaltungen in das Programm integrieren,
  • für eine bessere Vernetzung aller mit der kulturellen Bildung befassten Akteure sorgen.

Wirtschaft und Verkehr

Unsere Bilanz

Seit 2012 haben wir den Steuersatz für die Gewerbesteuer in mehreren Schritten erheblich gesenkt. Monheim am Rhein belastet Unternehmen heute nur noch mit etwas mehr als der Hälfte des durchschnittlichen Gewerbesteuersatzes, den alle anderen Kommunen in NRW erheben. Das hat der Stadt, die früher lediglich 15 bis 20 Millionen Euro Gewerbesteuern pro Jahr eingenommen hat, eine Verfünfzehnfachung ihrer Gewerbesteuereinnahmen gebracht. Heute liegen die Erträge aus der Gewerbesteuer bei 200 bis 300 Millionen Euro im Jahr. Gleichzeitig ist die Zahl der Arbeitsplätze von früher knapp 10.800 Beschäftigten (2011) auf heute rund 15.500 Beschäftigte (2019) gestiegen. Das ist ein Plus von mehr als 40 Prozent in nur neun Jahren. Die Zahl der vor Ort gemeldeten Gewerbebetriebe ist im selben Zeitraum um etwa 19 Prozent gestiegen.

Die Stadt hat die hohen Steuereinnahmen genutzt, um viele wichtige Investitionen zu tätigen, die Standortqualität erheblich zu verbessern und Rücklagen im Wert von 525 Millionen Euro zu bilden.

Wir haben

  • der Stadt durch unsere Gewerbesteuerpolitik konstant hohe Gewerbesteuereinnahmen verschafft,
  • 4.700 zusätzliche Arbeitsplätze angesiedelt,
  • die Standortattraktivität für Unternehmen deutlich gesteigert und dabei auch die so genannten weichen Standortfaktoren (öffentliche Verkehrsmittel, Familienfreundlichkeit, Bildung, ...) verbessert,
  • durch die Senkung der Grundsteuer B von anfangs 455 auf heute 250 Punkte eine zusätzliche Entlastung bewirkt, von der alle Bürgerinnen und Bürger profitieren,
  • mit der flächendeckenden Verlegung von Glasfaserleitungen für schnelles Internet im privaten und gewerblichen Bereich die Grundlage für weiteres Wirtschaftswachstum geschaffen,
  • das bilanzielle städtische Vermögen seit 2010 von damals 93,8 Millionen Euro auf heute 618,7 Millionen Euro gesteigert (Eigenkapital im konsolidierten Gesamtabschluss der Stadt und ihrer Tochtergesellschaften).

Weiterhin günstige Steuersätze

Bei der Ansiedlung von Unternehmen spielen steuerliche Aspekte eine große Rolle. Die Nähe zur Autobahn kann noch so groß sein und auch die Verfügbarkeit von Fachkräften kann noch so gut sein, entscheidend ist am Ende, dass die Standortkosten stimmen. Deshalb werden wir unsere Steuerpolitik in der bisherigen Form fortsetzen. Diese Strategie wird ergänzt durch eine wirtschaftsfreundliche Stadtverwaltung, die sich im ständigen Dialog mit den vor Ort ansässigen Unternehmen befindet, gut erreichbar ist und in Rekordzeit Baugenehmigungen erteilt. Wir werden im Einzelnen:

  • die Steuersätze für die Gewerbesteuer und die Grundsteuer niedrig halten,
  • die Bemessungsgrundlage durch die Ansiedlung weiterer Unternehmen verbreitern,
  • den inhaltlichen Wettbewerb um bessere Standortbedingungen, schnellere Entscheidungen und besseren Service mit anderen Städten, die steuerlich gleichziehen, aufnehmen,
  • mögliche Versuche des Landes, des Kreises oder anderer übergeordneter Stellen, der Stadt Monheim am Rhein über die bestehenden Mechanismen des kommunalen Finanzausgleichs hinaus Finanzmittel zu entziehen, notfalls gerichtlich abwehren.

Verkehr

Die Ansiedlung von 4.700 Arbeitsplätzen bringt natürlich auch Herausforderungen mit sich. Während die Monheimerinnen und Monheimer früher in großer Zahl morgens zur Arbeit aus der Stadt herausfuhren und dann abends wieder in die Stadt zurückkamen, bilden sich durch die neuen auswärtigen Beschäftigten, die hier arbeiten, mittlerweile auch in der Gegenrichtung Staus. Unser Ziel ist es, den Verkehr flüssig zu halten und dabei im Einklang mit unseren Klimaschutzzielen auch Anreize für umweltfreundliche Verkehrsmittel zu setzen. In der nächsten Wahlperiode werden wir:

  • die begonnenen Umbauarbeiten an der Opladener Straße fertigstellen und durch die Einrichtung zusätzlicher Fahrstreifen in den relevanten Bereichen die Kapazität der Straße deutlich erhöhen,
  • mit dem Bau der Ida-Siekmann-Straße eine direkte Verbindung vom Berliner Viertel zur Alfred-Nobel-Straße schaffen,
  • die Berghausener Straße nach dem bereits erfolgten Umbau der Autobahnanschlussstelle so ausbauen, dass sich ihre Leistungsfähigkeit ebenfalls erhöht,
  • die Bleer Straße sanieren und den Hochwasserschutz an der Rheinuferstraße fertigstellen,
  • fortlaufend in die Verkehrsflächen investieren und insbesondere das Deckensanierungsprogramm fortführen.

Anliegerbeiträge

Anders als in einigen anderen Bundesländern sind Kommunen in Nordrhein-Westfalen verpflichtet, Anliegerinnen und Anlieger von Straßen bei so genannten grundhaften Sanierungen, also wenn die Straße nicht nur eine Deckensanierung erhält, sondern fast vollständig neu hergestellt wird, an den Kosten zu beteiligen. Diese Beiträge sind aus nachvollziehbaren Gründen unbeliebt, aber bis zu einem gewissen Maß durchaus gerechtfertigt, weil Straßen eben nicht nur der Allgemeinheit dienen, sondern auch die Erschließung einzelner Baugrundstücke sicherstellen. Der Widerstand vieler Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer gegen diese Gebühren hat die Landesregierung veranlasst, ein Förderprogramm zu entwickeln, mit dem Anliegende von Straßenbaubeiträgen entlastet werden sollen.

Wir werden

  • die Fördermittel des Landes vollständig weitergeben und so eine Halbierung der normalerweise für die Anliegenden entstehenden Kosten bewirken,
  • dort, wo es möglich ist, anstehende Sanierungen von Straßen mit der Erneuerung der Abwasserkanäle verbinden, um Baukosten zu sparen, und die für den Kanal notwendigen Investitionen nicht in die Straßenbaubeiträge einfließen lassen,
  • den Anliegenden auf Antrag Raten-Zahlungen und Stundungen anbieten,
  • die gesetzlichen Regelungen beachten und deshalb keine unzulässigen Senkungen oder komplette Abschaffung der Gebührensätze vornehmen.

Erschließung weiterer Gewerbegebiete

In den letzten Jahren ist es gelungen, das Gewerbegebiet rund um den Monberg vollständig zu vermarkten. Alle Grundstücke im Rheinpark sind verkauft und auf den letzten drei Flächen, die noch unbebaut sind, werden bald weitere attraktive Bürogebäude entstehen. Damit ist in diesem Teil des Stadtgebiets ein Strukturwandel abgeschlossen, der nach der Schließung der alten Shell-Raffinerie und der Sanierung des Geländes durch das Land rund drei Jahrzehnte in Anspruch genommen hat. Um auch in Zukunft gewerbesteuerzahlende Unternehmen ansiedeln zu können, ist es erforderlich, frühzeitig weitere Entwicklungsflächen ins Auge zu fassen. Zu diesem Zweck haben wir die Stadtentwicklungsgesellschaft beauftragt, den so genannten Creative Campus mit seinen bisher ungenutzten Erweiterungsflächen von rund 50.000 m² zu erwerben. Wir werden

  • den Creative Campus zu einem attraktiven neuen Gewerbegebiet ausbauen und hierfür alle erforderlichen Erschließungsmaßnahmen umsetzen sowie für eine gute Verkehrsanbindung sorgen, indem wir den Campus optimal in die bestehende Infrastruktur einbinden, die ÖPNV-Anbindung ausbauen sowie Fahrrad- und Car-Sharing-Angebote machen,
  • auf dem Gelände des Creative Campus attraktive Angebote für die dort Beschäftigten hinsichtlich Sport und Pausengestaltung machen sowie eine gute Versorgungsqualität in Form von Kantinen, Kiosken, Paketstationen etc. icherstellen,
  • neue Arbeitsplätze mit Forschungsschwerpunkt bzw. im Bereich von Zukunftstechnologien ansiedeln und hierfür die räumliche Nähe zu Bestandsunternehmen wie Bayer und UCB nutzen,
  • zusätzliche Gewerbeflächen für Handwerksbetriebe und kleine mittelständische Unternehmen auf dem Gelände der alten Henkeldeponie am Knipprather Busch schaffen,
  • Unternehmen im gesamten Stadtgebiet Angebote machen, die sie in die Lage versetzen, den Monheim-Pass auch auswärtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anzubieten,
  • die bestehenden Kooperationen mit dem Kreis Mettmann und den übrigen kreisangehörigen Städten zur gemeinsamen Vermarktung von Gewerbegebieten fortsetzen,
  • Gespräche mit der Stadt Leverkusen über eine Entwicklung von Gewerbeflächen beiderseits der gemeinsamen Stadtgrenze führen,
  • die Stadtentwicklungsgesellschaft weiterhin als strategisches Instrument nutzen, um ungenutzte Gewerbegrundstücke möglichst schnell zu reaktivieren.

Städtische Finanzen

Wenn man die Entwicklung der städtischen Finanzen wirklich verstehen will, greift der oft vorgenommen Blick auf die frühere Verschuldung im Vergleich zur heutigen Situation leider zu kurz. Zwar ist es ein großer Erfolg, dass die Stadt in ihrem eigenen Haushalt weitgehend schuldenfrei ist, aber natürlich hatten die städtischen Tochterunternehmen zu jedem Zeitpunkt Kredite und andere Verbindlichkeiten in ihren Bilanzen. Wenn zum Beispiel die Bahnen der Stadt Monheim neue Busse anschaffen, dann finanzieren sie diese Investition nicht komplett aus Eigenmitteln, sondern greifen, wie es auch ein privates Unternehmen tun würde, auf Bankdarlehen zurück, die sie im Laufe der Nutzungsdauer der Busse zurückzahlen.

Aus Gründen der Transparenz und um einen zuverlässigen Überblick über die Gesamtlage der städtischen Finanzen zu geben, stellt die Stadt seit 2010 jährlich einen so genannten Gesamtabschluss auf. Diese Berichtsform ist freiwillig, aber wir halten sie für wichtig, um uneingeschränkt offenlegen zu können, über welche Mittel die Stadt und ihre Tochtergesellschaften verfügen. Alle Gesamtabschlüsse, die von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfungsunternehmen testiert werden, sind auf der städtischen Internetseite abrufbar.

Am 31.12.2010 belief sich das städtische Gesamtvermögen auf 478,7 Millionen Euro. Darauf lasten Verbindlichkeiten in Höhe von 155,1 Millionen Euro sowie Rückstellungen zum Beispiel für Beamtenpensionen von 59,7 Millionen Euro. Das verbleibende Vermögen teilte sich zu 155,2 Millionen Euro in Sonderposten auf (Gelder, die der Stadt zum Beispiel in Form von Landeszuschüssen für bestimmte Investitionsprojekte zugeflossen sind) und beinhaltete 11,5 Millionen Euro Vermögenswerte fremder Gesellschafter (der damalige Anteil der Stadtwerke Düsseldorf an der Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorgung GmbH). Als unbelastetes restliches Vermögen (so genanntes Eigenkapital) verblieben dann noch 93,8 Millionen Euro.

Heute (Stand 31.12.2018. Der Gesamtabschluss für 2019 wird erst nach der Verabschiedung dieses Wahlprogramms vorliegen.) verfügt die Stadt über ein Gesamtvermögen von 994,3 Millionen Euro. Hierauf lasten 144,4 Millionen Euro Verbindlichkeiten, die vor allem von den städtischen Tochterunternehmen für Investitionen aufgenommen wurden, sowie 87,9 Millionen Euro Rückstellungen. Die Sonderposten belaufen sich auf 137,5 Millionen Euro. Anteile fremder Gesellschafter gibt es nach dem Rückkauf der MEGA nicht mehr. Am Ende verbleibt ein Eigenkapital der Stadt in Höhe von 618,7 Millionen Euro. Das Eigenkapital der Stadt ist also in nur acht Jahren um 525 Millionen Euro gewachsen und hat sich damit mehr als versechsfacht.

Um einen schnellen Überblick über die finanzielle Situation einer Organisation zu erhalten, setzt man das Eigenkapital gerne ins Verhältnis zum Gesamtvermögen (der Bilanzsumme). Für Monheim am Rhein lag diese Eigenkapitalquote 2010 bei 22,0 Prozent. Mittlerweile beträgt die Eigenkapitalquote 62,2 Prozent. Das ist ein ungewöhnlich hoher Wert.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Stadt ihr bilanzielles Eigenkapital um 525 Millionen Euro steigern konnte, erscheint die Diskussion darüber, ob städtische Tochtergesellschaften für zukünftige Investitionsprojekte Kredite aufnehmen dürfen, absurd. Zwar werden solche Darlehen die Gesamtbilanz belasten, die Investitionen, für die sie ausgegeben werden, werden aber weiterhin der Stadt gehören und bilden damit positive Vermögenswerte, die den Krediten gegenüberstehen. Das Eigenkapital der Stadt wird durch diesen Vorgang nicht verringert. Das würde nur dann geschehen, wenn die Investitionen unrentabel wären und Verluste entständen.

Die Haushaltslage der Stadt ist mehr als solide. Wir werden unsere erfolgreiche Haushaltspolitik in den nächsten Jahren fortsetzen und dabei insbesondere

  • weiterhin verantwortungsvoll mit den städtischen Finanzen umgehen und ausgeglichene Haushalte sicherstellen,
  • die städtischen Einnahmen zur Weiterentwicklung der Stadt durch sinnvolle Investitionen nutzen,
  • Fördermittel für zukunftsorientierte Innovationen und Infrastrukturmaßnahmen wie zum Beispiel den autonomen Bus, die digitale Stadt und Städtebauprojekte akquirieren,
  • den städtischen Tochtergesellschaften die Aufnahme von Krediten ermöglichen, wenn diese durch reale Gegenwerte gedeckt sind, sie der Finanzierung von Investitionen dienen und sie betriebswirtschaftlich sinnvoll sind,
  • die Geschäftsführungen der städtischen Tochtergesellschaften dazu anhalten, dass der wirtschaftliche Erfolg der Unternehmen und ihr Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen,
  • weiterhin günstige Strom- und Gaspreise sicherstellen,
  • die Nutzungsquote des städtischen Glasfasernetzes und damit auch den Marktanteil der MEGA an der örtlichen Internetversorgung weiter steigern,
  • mittels der städtischen Einzelhandelszentrengesellschaften die beschlossenen Impulse für die Monheimer Innenstadt und das Baumberger Einkaufszentrum setzen.

Kultur und Tourismus

Unsere Bilanz

Von der Tatsache, dass Monheim am Rhein nicht nur bunter, sondern auch deutlich interessanter geworden ist, profitieren Menschen, die hier leben, genauso wie diejenigen, die als Gäste kommen. Wir haben bereits 2013 mit externer Unterstützung begonnen, ein Tourismuskonzept für Monheim am Rhein auszuarbeiten und die darin enthaltenen Maßnahmen kontinuierlich umgesetzt. Parallel dazu haben wir das kulturelle Profil der Stadt geschärft, die Einrichtungen der kulturellen Bildung gestärkt und wichtige Akzente gesetzt. Diskussionen wie die um die Aufstellung der „Leda“ von Markus Lüpertz am Landschaftsbalkon oder auch den Geysir an der Rheinpromenade zeigen, dass es vielen Menschen ungewohnt erscheint, wenn eine Stadt in Kunst investiert. Davor schrecken wir jedoch nicht zurück, denn wir glauben, dass es gute Argumente dafür gibt, sich um mehr zu kümmern als schlaglochfreie Straßen und eine effiziente Müllabfuhr. Städte sind keine reinen Dienstleistungsbetriebe, die der Bürgerschaft eine funktionierende Infrastruktur bereitstellen, sondern sie bilden ein Gemeinwesen ab – in all seiner Pluralität und Vielfalt. Und hierbei spielen Kunst und Kultur eine wesentliche Rolle.

Von dieser Überzeugung geleitet haben wir

  • die Angebote der Kulturellen Bildung (Musikschule, Kunstschule und Ulla-Hahn-Haus) erweitert und allen Kindern Zugänge zu Literatur, Kunst und Musik eröffnet,
  • die Monheimer Kulturwerke als städtische Gesellschaft gegründet und den Betrieb des früheren Marke Monheim e. V. in professionelle Hände gelegt,
  • die Grundlage für den Umbau der alten Shell-Halle zur „Kulturraffinerie K714“ geschaffen, indem der Stadtrat mit unseren Stimmen den Grunderwerb beschlossen, die Planung unter Einbeziehung mehrerer Bürgerschaftsbeteiligungen vorangetrieben und die Finanzierung des Umbaus gesichert hat,
  • den Beschluss zur Ausrichtung der „Monheim Triennale“ gefasst und hierfür einen renommierten Musik-Intendanten mit einem kompetenten Team gewonnen,
  • in Kunst im öffentlichen Raum investiert und mit den ersten realisierten Kunstwerken wie dem Schallplatten-Kreisverkehr „Haste Töne“, der „Leda“ von Markus Lüpertz oder dem Geysir wichtige Diskussionen über Kunst angestoßen,
  • Monheim am Rhein zu einer touristischen Destination entwickelt und für eine bessere Vernetzung touristischer Akteure gesorgt,
  • gemeinsam mit der NRW-Stiftung eine neue Betreibergesellschaft für Haus Bürgel gegründet, um das alte Römerkastell auf seinen bevorstehenden Status als Teil des UNESCO-Welterbes vorzubereiten, und die Öffnungszeiten des archäologischen Museums durch städtische Zuschüsse erheblich ausgeweitet,
  • die Monchronik als dezentrales Stadtmuseum eingeführt und mit dem Baumberger Aalschokker, dem Karnevalskabinett und weiteren Standorten neue Anziehungspunkte geschaffen,
  • mit Unterstützung des Kreises Mettmann den Schiffsanleger am Rhein gebaut und erste Erfolge in der Ansprache von Schifffahrts- und Flusskreuzfahrtgesellschaften erzielt,
  • wichtige Schritte bei der Revitalisierung der Altstadt erreicht, den Kradepohl und den Alten Markt umgebaut und die Erhaltung zahlreicher historischer Fassaden gefördert.

Kulturraffinerie K714

Schon seit Jahrzehnten träumt Monheim am Rhein von einer Stadthalle. Ideen hat es viele gegeben, doch nie ist ein Konzept verwirklicht worden. Mal scheiterte es am Geld, mal am fehlenden Grundstück. Mit den Planungen, die alte Shell-Fassabfüllhalle zur Kulturraffinerie K714 umzubauen, liegt nun erstmals ein schlüssiges und umsetzbares Konzept vor. Diese Chance wollen wir nutzen.

Seit der Gründung der Monheimer Kulturwerke vor zwei Jahren hat das städtische Kulturprogramm bereits eine erhebliche Weiterentwicklung erfahren. Die Errichtung der Kulturraffinerie K714 bietet die Möglichkeit, das Kulturangebot auch räumlich auf neue Füße zu stellen. Zudem hat die Reaktion der Bürgerschaft in den zurückliegenden Beteiligungen gezeigt, dass sich eine große Mehrzahl der Monheimerinnen und Monheimer sehr auf die Kulturraffinerie freut. Eine Reihe von Vorschlägen aus der Bürgerschaft sind in die Planung eingeflossen.

Mit einem Fassungsvermögen zwischen 1.950 Sitzplätzen in Reihenbestuhlung und 1.000 Sitzplätzen in feierlicher Gala-Bestuhlung ist die Veranstaltungsstätte keineswegs zu groß. Schon seit Jahren können Veranstaltungen wie Abibälle der Monheimer Oberstufen, die jährliche Berufsorientierungsbörse für Langenfeld und Monheim am Rhein oder Auftritte bestimmter Künstlerinnen und Künstler, für die die Aula am Berliner Ring zu klein ist, nicht vor Ort stattfinden. Oder es werden wie bei den Zeltveranstaltungen der Großen Monheimer Karnevalsgesellschaft Ersatzlösungen geschaffen, die nur mit Einschränkungen geeignet sind.

Diesen Zustand wollen wir verbessern. Deshalb haben wir im Stadtrat den 74 Millionen teuren Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes auf den Weg gebracht. Wir werden

  • die alte Shell-Halle bis 2024 zu einem modernen, multifunktionalen und zugleich hochwertigen Veranstaltungssaal umbauen,
  • vielfältige Bestuhlungsvarianten vorsehen, sodass unterschiedliche Veranstaltungsarten vom Sprechtheater über klassische Konzerte bis hin zu Karnevalsveranstaltungen, Aufführungen elektronischer Musik, Messen, Ausstellungen und Tagungen im Gebäude möglich sind,
  • die personellen und organisatorischen Voraussetzungen zum Betrieb der Halle durch die Monheimer Kulturwerke GmbH schaffen,
  • das Haus auf preisgünstige Art und Weise auch für örtliche Vereine und gemeinnützige Veranstaltungen zur Verfügung stellen, solange die zu erwartende Größe der Veranstaltung eine Belegung der Kulturraffinerie rechtfertigt,
  • ein Parkhaus neben dem Monberg errichten und die Daimlerstraße und die Straße Am Kielsgraben so umbauen, dass sie die erwarteten An- und Abreiseverkehre zur Festhalle problemlos aufnehmen können,
  • die alte BSM-Lokomotive vom Rathausplatz vor die Kulturraffinerie versetzen und dort ein kurzes Stück der alten Gleistrasse wiederherstellen.

Ausbau kultureller Angebote

Als das neue Gebäude für die Kunst- und die Musikschule vor fünf Jahren fertiggestellt wurde, war das ein Quantensprung für die Arbeit der beiden Einrichtungen. Die Anzahl der Teilnehmenden ist seitdem erheblich gestiegen. Gleichzeitig hat es die Zusammenarbeit der dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessert. Wir sind froh darüber, engagierte und kompetente Beschäftigte in den städtischen Kultureinrichtungen bei ihrer Arbeit unterstützen zu können. In diesem Sinne werden wir

  • die Angebote bestehender Einrichtungen so gestalten, dass möglichst viele Monheimerinnen und Monheimer erreicht werden,
  • ein Programmkino im bislang als Wohnung genutzten Obergeschoss über dem Rheincafé am Alten Markt einrichten und in Kooperation mit dem Schülercafé und den Monheimer Kulturwerken betreiben,
  • mit der derzeit im Bau befindlichen „Kunstwerkstatt“ auf der Turmstraße einen weiteren Aktionsraum für Kunstschaffende errichten und ihn vielen Menschen zugänglich machen,
  • im sanierten und erweiterten Sojus 7 Atelier- und Bandproberäume bereitstellen,
  • unter Beteiligung von Nutzenden, der Bürgerschaft und den dort ansässigen Einrichtungen den Umbau des Bildungs- und Kulturzentrums in ein modernes und barrierefreies Gebäude planen und dabei die architektonische Identität des Gebäudes bewahren,
  • in den weiteren Umbauplanungen für die Bibliothek einen „Maker Space“ berücksichtigen und die Lernplätze für Schülerinnen und Schüler erweitern.

Kunst im öffentlichen Raum

Auch wenn die Interpretation der Monheimer Gänseliesel als mythologische Leda nicht allen Monheimerinnen und Monheimern gefällt, so ist sie doch ein beeindruckendes Kunstwerk, das eine starke und selbstbewusste Frau zeigt. Wir sind froh darüber, dass Markus Lüpertz die Gestalt der Gänseliesel aus der volkstümlichen Darstellung befreit hat, in die sie in den Dreißiger- und Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts gebracht wurde. Und zum Glück gibt es auch viele Bürgerinnen und Bürger, die stolz darauf sind, einen echten Lüpertz in ihrer Stadt zu haben.

Kunst im öffentlichen Raum ist nicht dazu da, um möglichst allen zu gefallen. Und doch ist sie eine demokratische Form der Kunst, denn sie ist für alle da und jeder darf eine Meinung zu ihr haben. Ihre Existenz auszuhalten, obwohl sie nicht den eigenen Geschmack trifft, ist ein Ausdruck von Pluralismus, mit dem sich auseinanderzusetzen, Monheim am Rhein gerade lernt.

Wir finden diese Auseinandersetzung wichtig. Und deshalb werden wir dafür sorgen, dass die Stadt jährlich ein bis zwei weitere Kunstwerke anschafft. Dabei nehmen wir für uns jedoch nicht in Anspruch, wie manchmal unterstellt wird, Kunstwerke auszusuchen, die unseren eigenen Geschmack treffen. Wir lassen uns vielmehr von Expertinnen und Experten beraten und fragen immer auch: Handelt es sich um Kunst, die zu dieser Stadt passt?

Wir werden

  • das Konzept zur Anschaffung von Kunst im öffentlichen Raum fortsetzen und dabei auch kritischen Diskussionen nicht aus dem Weg gehen,
  • weiteren Kunstformen wie zum Beispiel Streetart, Performance, Klang- und Lichtinstallationen im Stadtgebiet angemessene Ausdrucksmöglichkeiten geben,
  • bei der Aufstellung von Kunst im öffentlichen Raum auch Monheimer Künstlerinnen und Künstler angemessen berücksichtigen,
  • ein Nutzungskonzept für die Mackpyramide entwickeln und die darin enthaltenen Kunstobjekte für die Öffentlichkeit erlebbar machen,
  • Kunst in Monheim am Rhein mittels eines barrierearm gestalteten Kunstpfads nach dem Beispiel der Monchronik zu einer Entdeckungstour verbinden.

Touristische Angebote

Die Ausflugsangebote der Weißen Flotte und der KD Rheinschifffahrt haben im vergangenen Sommer mehrere hundert Gäste von Düsseldorf über die Monheimer Schiffsanlegestelle in die Altstadt geführt. Der Erfolg dieser Angebote zeigt, welches touristische Potenzial in Monheim am Rhein verborgen liegt. Dieses Potenzial wollen wir nutzen, denn von den Gästen und der durch sie finanzierten Gastronomie profitieren auch die Monheimerinnen und Monheimer. Davon abgesehen erhöhen gute touristische Angebote auch den Freizeitwert für die Einheimischen. Wir werden

  • Haus Bürgel auf seinen bevorstehenden Status als Teil des UNESCO-Welterbes vorbereiten und gemeinsam mit der NRW-Stiftung die dortigen Museumsräume inhaltlich und organisatorisch neu aufstellen,
  • den Landschaftspark Rheinbogen um einen naturnahen Minigolfparcours und einen Kinder-Bauernhof ergänzen und dort auch eine Schafherde zur Bewirtschaftung des Rheindeichs ansiedeln,
  • zusätzliche Hotelkapazitäten in der Innenstadt, im Creative Campus und an weiteren geeigneten Orten schaffen und hierbei Beherbergungsbetriebe in verschiedenen Preis- und Ausstattungskategorien berücksichtigen,
  • den Bebauungsplan zum Ausbau der Übernachtungskapazitäten in der Baumberger Rheinterrasse verabschieden,
  • den Uferbereich vor dem Baumberger Aalschokker mit einer großzügigen Sitzstufenanlage ausbauen,
  • die Wege und den Spielplatz im Marienburgpark sanieren sowie den kleinen Marienpavillon denkmalgerecht restaurieren lassen,
  • Monheims Rheinlage weiter betonen und neue Aufenthaltsorte am Monheimer Rheinufer unterhalb der Rheinpromenade schaffen,
  • den Greisbachsee zu einem Yachthafen ausbauen und mit einem Kanal an den Rhein anschließen,
  • den Verein Piwipper Böötchen bei der Betriebsführung seiner Fährverbindung unterstützen,
  • den Monheim-Pass für Touristinnen und Touristen öffnen, um Möglichkeiten zur Fahrradausleihe, zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und weitere Dienstleistungen gegen Entgelt anzubieten,
  • das Tourismuskonzept fortschreiben und durch die Vernetzung mit dem Altstadtmanagement neue Synergien erschließen,
  • die Fläche vor dem Monberg einladend gestalten sowie diesen barrierefrei erreichbar und als öffentlich zugänglichen Aussichtspunkt attraktiver machen.

Altstadt

In den letzten Jahren ist es gelungen, die Altstadt nachhaltig zu beleben, indem neue Gastronomiebetriebe angesiedelt wurden. Die Umgestaltungen des Alten Marktes mit einem besonderen Natursteinpflaster hat der Altstadt ihr historisches Flair zurückgegeben. Wir wollen diese positive Entwicklung fortführen. Dazu werden wir

  • die denkmalgerechte Sanierung des Schelmenturms abschließen und im Zwischengeschoss einen Museumsraum der Monchronik zur Befestigungsgeschichte und zur Zugehörigkeit Monheims zur Grafschaft Berg implementieren,
  • ein Gesamtkonzept für das historische Altstadtpflaster erstellen, dabei die Belange des Rad- und Fußverkehrs sowie die Barrierefreiheit berücksichtigen und die Verkehrsflächen in der Altstadt nach und nach neu gestalten,
  • das Fassadenprogramm fortführen und durch Beratung und finanzielle Förderung Anreize zur Sichtbarmachung und zum Schutz historischer Bausubstanz setzen,
  • die innenliegende Fläche in den Hinterhöfen der Poetengasse und der Turmstraße für eine behutsame Bebauung öffnen,
  • die Kooperation zwischen den verschiedenen Gastronomiebetrieben und die Vermarktung der gastronomischen Angebote durch ein städtisches Altstadtmanagement verbessern,
  • die Turmstraße zur Fußgängerzone mit Einfahrterlaubnis für Anwohnerinnen und Anwohner umgestalten und mehr Flächen für Außengastronomie zur Verfügung stellen,
  • den öffentlichen Bereich um die Marienkapelle, die Straße An d‘r Kapell und den Übergangsbereich zum Rhein und zum Piwipper Böötchen neu gestalten,
  • den Schützenplatz sanieren und vollständig pflastern,
  • Ressourcen zur wissenschaftlichen Erforschung der Stadtgeschichte bereitstellen.

Einzelhandel

Unsere Bilanz

Der Einzelhandel in Monheim am Rhein steht unter Druck: Attraktive Zentren in der Nachbarschaft, der wachsende Onlinehandel sowie die problematische Gebäudestruktur der örtlichen Einzelhandelsimmobilien machen die Ausgangslage schwierig. Immerhin hat die Eröffnung des Monheimer Tors vor neun Jahren die Lage etwas stabilisiert. Messbar ist das durch die so genannte Zentralitätskennziffer, die jährlich von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelt wird. Sie gibt an, wie das Verhältnis der vor Ort rechnerisch vorhandenen Kaufkraft zur tatsächlich umgesetzten Kaufkraft an einem Einzelhandelsstandort aussieht. Liegt das Verhältnis bei 100 Prozent, halten sich Kaufkraft-Zu- und Abflüsse die Waage. Liegt die Zentralität unter diesem Wert, bedeutet das, dass die Einwohnerinnen und Einwohner mehr Geld außerhalb ihrer Stadt ausgeben, als Auswärtige wieder in den örtlichen Einzelhandel zurückbringen.

Der schlechteste jemals für Monheim am Rhein ermittelte Wert wurde 2001 gemessen. Damals lag die Zentralitätskennziffer bei gerade einmal 58,1 Prozent. Nach dem Abriss der alten Karstadt-Immobilie und der Ansiedlung von Kaufland am Ernst-Reuter-Platz sowie der Inbetriebnahme von Poco in Baumberg ist der Wert auf 81,9 Prozent gestiegen und hat nach der Eröffnung des Monheimer Tors noch einmal einen deutlichen Sprung auf 87,1 Prozent gemacht. Mittlerweile liegt die Zentralitätskennziffer für Monheim am Rhein sogar bei 94,5 Prozent. Angesichts der hohen Anzahl von Arbeitsplätzen, die in den letzten Jahren im Ort entstanden sind, könnte Monheims Zentralität jedoch noch deutlich höher liegen. Rund 4.700 Menschen, die heute mehr in Monheim am Rhein arbeiten als noch vor acht Jahren, bringen zusätzliche Kaufkraft mit. Dass diese zusätzliche Kaufkraft nicht stärker gebunden wird und auch zu viel Kaufkraft der Einwohnerinnen und Einwohner abfließt, hängt vor allem mit der nicht mehr zeitgemäßen Struktur der Einzelhandelsflächen zusammen. Dort, wo früher ein ganzer Supermarkt betrieben wurde, passt heutzutage nicht mal mehr ein Schuhgeschäft hinein. Kundinnen und Kunden bevorzugen breite Gänge, viel Auswahl und eine ansprechende Atmosphäre.

In das Rathauscenter wurde seit seiner Eröffnung vor rund 30 Jahren kaum und, wenn ja, nur unzureichend investiert. Aus diesem Grund haben wir die Stadtverwaltung beauftragt, die Flächenerneuerung selbst in die Hand zu nehmen. Wir streben eine aktivere Rolle der Stadt in der Ansiedlung von Einzelhandelsgeschäften an, weil wir der sich abzeichnenden negativen Entwicklung nicht einfach zusehen wollen und weil wir feststellen mussten, dass private Investoren die strukturellen Probleme der Innenstadt aus verschiedenen Gründen nicht lösen können.

Wir haben in den letzten Jahren

  • mit der Umgestaltung der Krischerstraße, der Hauptstraße und eines Teils der Alten Schulstraße der Stadt ein neues Gesicht gegeben, die Einzelhandelsfunktion dieser Straßen gestärkt und ihnen mehr Aufenthaltsqualität gegeben,
  • durch den Ankauf des Rathauscenters, des Monheimer Tors und des Baumberger Einkaufszentrums am Holzweg einen wichtigen Grundstein zur zukünftigen Reaktivierung dieser Einzelhandelsstandorte gelegt,
  • die Planungen für die Neuaufstellung der Monheimer Innenstadt unter Beteiligung der Bürgerschaft sowie betroffener Händlerinnen und Händler größtenteils abgeschlossen und wichtige Vorbereitungen für den Umbau insbesondere durch erforderliche Entmietungen getroffen sowie Übergangslösungen für Geschäfte gefunden, die nach dem Umbau bestehen bleiben sollen,
  • mit dem Umbau des Baumberger Einkaufszentrums zur Holzwegpassage begonnen und es für die Erweiterung mit einem Drogeriemarkt und einem weiteren Edeka-Markt vorbereitet,
  • die „Monheimer Lokalhelden“ ins Leben gerufen und dadurch eine gemeinsame Marke für den Einzelhandel geschaffen sowie kleine, inhabergeführte Geschäfte für den Online-Wettbewerb fit gemacht,
  • durch attraktive und gut besuchte Veranstaltungen wie das Stadtfest, den Sternenzauber mit seiner Eislaufbahn, das Frühlingsfest, den Martinsmarkt und das Hauptstraßenfest gleichzeitig sowohl den Freizeitwert für Monheimerinnen und Monheimer gesteigert als auch den lokalen Einzelhandel gefördert,
  • mit bürgerfreundlichen Öffnungszeiten (Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr und Samstag von 9 bis 16 Uhr), die in dieser Form keine andere Stadtverwaltung oder sonstige Behörde bietet, städtischen Angebote im Bürgerbüro an die Öffnungszeiten des Einzelhandels angepasst.

Monheims neue Mitte

Für die nächsten Jahre haben wir uns ein ambitioniertes Umbauprogramm in der Innenstadt vorgenommen. Das Rathauscenter und das Monheimer Tor werden in fünf Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein. Im Erdgeschoss des Rathauscenters werden zeitgemäße größere Einheiten für Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie entstehen. Das Monheimer Tor wird aufgestockt, um es städtebaulich besser einzufügen und weitere nutzbare Flächen zur Belebung der Innenstadt zu schaffen. Es wird außerdem eine neue Fassade erhalten, die besser zum Rathauscenter passt. Auf der gegenüberliegenden Seite des Busbahnhofs wollen wir die kleinteilige Baustruktur möglichst entfernen und auch hier mehr Platz vor allem für zeitgemäßen und attraktiven Einzelhandel im Erdgeschoss zu schaffen.

Uns ist bewusst, dass diese enorme Bautätigkeit den bestehenden Einzelhandel vor große Herausforderungen stellen wird. Wir werden in dieser Phase keine Händlerin und keinen Händler im Stich lassen. Auf den geplanten Umbau zu verzichten, ist jedoch keine Option, denn wenn wir in Monheim am Rhein für die nächsten Jahrzehnte eine funktionierende Innenstadt haben wollen, dann müssen wir jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen.

Wir werden

  • den geplanten Umbau des Rathauscenters voraussichtlich im November 2020 beginnen und bis Herbst 2022 für den Einzelhandelsbereich bzw. bis Sommer 2023 für die darüber liegenden Büroetagen abschließen,
  • die derzeit ungünstig gelegenen Tiefgarageneinfahrten vom Busbahnhof und vom Eierplatz an den Berliner Ring verlegen und eine gemeinsame Zufahrt für das Parkdeck auf dem Monheimer Tor und die Tiefgarage unter dem Rathauscenter in Höhe der Weddinger Straße schaffen,
  • die Verkehrssituation rund um den Rathausplatz und den Berliner Ring neu ordnen und dort, wo heute die alte BSM-Lokomotive steht, einen Kreisverkehr anlegen, sodass die Hauptverkehrsführung nicht mehr an der Innenstadt vorbeiläuft,
  • ein einheitliches Parkkonzept mit kostenlosem Parken von drei Stunden auf den größeren Parkplatzflächen (Tiefgarage, Parkdeck und rückwärtige Parkplätze) sowie einer einstündigen Parkscheibenregelung auf den öffentlichen Innenstadt-Straßen umsetzen,
  • die Heinestraße als Einbahnstraße für den Autoverkehr und in beide Richtungen für den Fahrradverkehr freigeben, um die ansässigen Geschäfte besser erreichbar zu machen und dadurch die Attraktivität der Ladenlokale zu steigern,
  • die Neugestaltung des öffentlichen Raums im Umfeld des neuen Rathauscenters von drei renommierten Künstlerinnen und Künstlern begleiten lassen und den Umbau auf diese Weise zusätzlich aufwerten,
  • das Monheimer Tor ausbauen, für den Fußverkehr zum Berliner Ring hin öffnen und dadurch eine bessere Anbindung des Berliner Viertels an die Innenstadt herstellen,
  • neben attraktiven Einzelhandelsgeschäften zusätzliche Angebote ansiedeln, um die Innenstadt insbesondere am Abend nach den normalen Ladenöffnungszeiten weiter zu beleben,
  • auf einen guten Branchenmix und eine hohe Angebotsvielfalt in den Bereichen Ernährung, Kleidung, Drogeriewaren, Unterhaltung, Fachgeschäfte und Dienstleistungen achten,
  • für ausreichend Parkplätze an der Monheimer Postfiliale sorgen,
  • die Umgestaltung der Alten Schulstraße nach der Fertigstellung des Gesundheitscampus passend zum begonnenen Gestaltungskonzept fortsetzen und vor dem Schelmenturm einen Übergang zum historischen Altstadtpflaster schaffen,
  • alle Umbauphasen durch ein aktives Baustellenmanagement begleiten und private Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Geschäftsleute in dieser Zeit unterstützen.

Lokalhelden

Gerade einmal drei Jahre sind die Monheimer Lokalhelden jetzt alt. Als zentrale Online-Plattform für den stationären Einzelhandel, für Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe verzeichnen sie schon jetzt 270 aktive Anbieter aus dem gesamten Stadtgebiet, viele davon mit einer digitalen Auswahl an Produkten. Die Lokalhelden-Plattform erweist sich damit als echter Erfolg. Sie ist zudem imagefördernd für den stationären Einzelhandel und sorgt für eine stärkere Sichtbarkeit des örtlichen Angebots. Wir werden

  • die erforderlichen Ressourcen in der städtischen Wirtschaftsförderung zur Verfügung stellen, um das Angebot weiter auszubauen,
  • die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, dass möglichst viele regionale und lokale Produkte angeboten werden können,
  • die Plattform weiter bewerben und bekannt machen, indem wir Werbung in Sozialen Medien, in Suchmaschinen, in und auf Linienbussen sowie auf den Stadtdisplays beauftragen,
  • eine Lokalhelden-App erstellen lassen,
  • einen sichtbaren Lokalhelden-Lieferdienst etablieren und hierbei auf emissionsfreie Fahrzeuge setzen,
  • die örtlichen Lebensmittelhändler bei der Auslieferung von Lebensmitteln inklusive Kühl- und Tiefkühlware über den Lokalhelden-Lieferdienst unterstützen,
  • die Lokalhelden-Plattform auch für die Händlerinnen und Händler des Wochenmarktes öffnen,
  • weitere Aktionen nach dem erfolgreichen Beispiel der Punschpunkte-Aktion zur Bindung von Kundinnen und Kunden an den Monheimer Einzelhandel planen und umsetzen.

Wochenmarkt

Viele Monheimerinnen und Monheimer hätten den Wochenmarkt vermisst, wenn es nicht gelungen wäre, für die Dauer der Bauarbeiten an der Heinestraße eine geeignete Ersatzfläche zu finden. Auch wir schätzen den Markt. Mit seinen regionalen und saisonalen Angeboten könnte er unter Klimaschutzgesichtspunkten vielleicht sogar wieder eine größere Bedeutung erlangen. Wir werden

  • den Monheimer Wochenmarkt attraktiver gestalten, indem wir zusätzliche, qualitativ gute Marktstände akquirieren, und den Markt nach dem Umbau des Rathauscenters wieder auf den Eierplatz und die Heinestraße zurückkehren lassen,
  • den Markt als verbindendes Element zwischen der Heinestraße und dem Ernst-Reuter-Platz weiter ausbauen,
  • in Gespräche mit den Markthändlerinnen und -händlern eintreten, wie der Wochenmarkt durch Online-Vorbestellungen oder eine Einbindung in den Lieferdienst der Monheimer Lokalhelden digitaler werden kann,
  • regelmäßige Marktangebote und Aktionen zu speziellen Themen wie zum Beispiel Handwerk, Stoffe, Blumen oder Länderschwerpunkte etablieren, die das Marktgeschehen zu einem Erlebnis machen,
  • den Baumberger Wochenmarkt besser an die Holzwegpassage und nach Fertigstellung des Sophie-Scholl-Quartiers an den Drogeriemarkt und den neuen Edeka-Markt anbinden.

Holzwegpassage

Dass die Geschäftsführung der städtischen Einkaufszentren GmbH für die Umgestaltung des alten Baumberger Einkaufszentrums zur Holzwegpassage in der Eigentümerversammlung der Immobilie eine Zustimmung der Mehrheit der rund 200 Miteigentümer erhalten hat, ist ein großer Erfolg. Der vorige Eigentümer der Ladenflächen hätte diesen Beschluss nach Jahren des Stillstands niemals bekommen. Wir werden darauf aufbauend

  • die beschlossene Umgestaltung der Holzwegpassage zügig umsetzen,
  • einen Drogeriemarkt und einen Edeka-Markt als Ergänzung zu Aldi und Netto ansiedeln,
  • die kleineren Einzelhandelsflächen beleben und ein vielfältiges Angebot sicherstellen,
  • ein jährliches „Holzwegpassagen-Fest“ ausrichten,
  • an der Geschwister-Scholl-Straße eine Carsharing-Station für die elektrischen Stadtautos anlegen.

© 2020 PETO