Donnerstag, den 24. Mai 2012 | 30plus-Themenabend

Ein Besuch im Haus der Chancen

Am 24. Mai 2012 fand im Haus der Chancen ein weiterer, gut besuchter Themenabend der AG PETO30plus! statt. Schwerpunkte sollten die Vorstellung des Hauses der Chancen inklusive einer Führung durch das Haus, aber vor allem das Ziehen einer Zwischenbilanz bezüglich der Ergebnisse auf dem Weg zur im Oktober 2010 ausgerufenen Hauptstadt des Kindes im Jahre 2020 sein.

Referentin an diesem Abend war Annette Berg, die Bereichsleiterin des Bereichs Kinder, Jugend und Familie sowie Beauftragte für Kinder und Familien ist und innerhalb der Stadtverwaltung alle Maßnahmen im Zusammenhang mit diesem strategischen Ziel steuert.

Das Haus der Chancen wurde am 1. Oktober 2010 bezogen und beheimatet die Suchtberatung AWO Kreis Mettmann e.V., das beratungscentrum e.V., die Erziehungsberatungsstelle der Städte Monheim am Rhein und Langenfeld, die Familienhilfe Monheim (SKFM, AWO Kreis Mettmann, Diakonisches Werk Leverkusen), die Tagesgruppe der Stadt Monheim (ca. 7 schwer erziehbare Kinder im Schulalter bis 12 Jahre) und die Jugendamtsverwaltung (ASD, Kitas, Elternbeiträge, Beistände, JGH, PKD) und ein Bistro, das jeder besuchen kann und wo man auch zu einem günstigen Preis zu Mittag essen kann. Im Haus der Chancen arbeiten u.a. Psychologen, Pädagogen, Familientherapeuten, Sozialpädagogen etc. und es gibt auch eine Schuldnerberatung.

Vom Haus der Chancen können durch die Zentrierung der thematisch zusammenhängenden Einrichtungen gemeinsame Veranstaltungen leichter koordiniert veranstaltet werden. Als Erfolg kann verbucht werden, dass 2011 100 Familien mehr als im Vorjahr beraten werden konnten. Das Haus wird insgesamt sehr gut angenommen.

Das Haus der Chancen ist bewusst im Berliner Viertel gebaut worden, um dort vor Ort zu sein, wo die meisten sozialen Probleme existieren und um die Berührungsängste mit den zuständigen Institutionen so gering wie möglich zu halten.

Inzwischen ist es gelungen, Kita-Plätze für 100 % aller in Monheim lebenden Vierjährigen zu schaffen und Betreuungsplätze für ca. 35 % der U3-Kinder. Damit liegt Monheim am Rhein im Durchschnitt der Kommunen im Kreis, steht aber besser da als z.B. Großstädte. Außerdem können Tagespflegeplätze mit qualifizierten Tagesmüttern vermittelt werden. Es gibt auch spezielle Kindergärten (Bewegungskindergärten, Bildungskindertagesstätten, den Waldkindergarten und ein Montessori-Kindergarten wird derzeit entwickelt). Die 16 Kitas in Monheim (von 6 verschiedenen Trägern) arbeiten teilweise mit den Betriebskindergärten von Bayer und UCB zusammen.

Bis 2020 sollen optimale Zukunftschancen für alle Kinder in Monheim am Rhein gesichert werden. Voraussetzungen dafür sind ein ideales kinder- und familienfreundliches Umfeld, herausragende Infra- und Angebotsstrukturen für Kinder, Erkennung von prekären Lebenslagen und vor allem der Focus auf frühe Förderung zur Erlangung der Chancengleichheit. So ist Monheim bereits vorbildlich in der Frühförderung von Kindern, um mögliche Probleme so früh wie möglich zu erkennen, die Familien zu begleiten und spätere Probleme dadurch zu minimieren bzw. zu vermeiden.

In Monheim am Rhein werden im Schnitt 400 Kinder pro Jahr geboren. Jedes 10. Kind wächst mit einem alleinerziehenden Elternteil auf. Es gibt sehr viele Kinder mit Migrationshintergrund.

Zwei der wichtigsten Programme sind Mo.Ki und MoMo. Beide Programme sind sehr erfolgreich und inzwischen überregional bekannt und anerkannt. Mitglieder anderer Kommunen hospitieren manchmal in Monheim, um diese kennenzulernen und in ihren eigenen Kommunen einzuführen. Teile dieser Programme haben beispielsweise auch dazu geführt, dass sie aufgrund ihres Erfolges bei der Frühförderung von Kindern bundesweit Beachtung fanden und in einzelnen Punkten übernommen und sogar in Gesetzen verankert wurden.

Mo.Ki fördert Bildungschancen, insbesondere von armen Kindern mit einer bundesweit anerkannten Strategie. MoMo fördert die musikalische Bildung aller Kinder in Monheim am Rhein mit einem ebenfalls bundesweit anerkannten Konzept. MoMo ist eine flächendeckende, strukturierte Kooperation mit allen Grund- und Förderschulen der Stadt, die aus vier Angebotsbausteinen besteht:

Auch in den Kitas gibt es kostenlosen Musikunterricht im letzten Jahr. Am Ende des Jahres wird ein Musical aufgeführt. So konnte eine Vernetzung von Kultur und Bildungseinrichtungen erreicht werden.

Mo.Ki untergliedert sich in die Stufen 0 bis IV (0: 0-3 Jahre, I: 3-6 Jahre, II: 6-10 Jahre, III: 10-18 Jahre, IV: 18 bis ca. 27 Jahre), die alle miteinander verzahnt sind. In Monheim am Rhein leben derzeit ca. 8400 Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren. 33,4 % davon leben im Berliner Viertel, 1577 Kinder stammen aus Familien, die Leistungen nach SGB II beziehen, das sind 19 %.

Eine erfolgreiche Aktion in der Weihnachtszeit war die Weihnachtssternaktion. Bürger spenden für Weihnachtsgeschenke für Kinder aus armen Familien und erhalten im Gegenzug einen Weihnachtsstern. Diese Aktion war sehr erfolgreich und wird dieses Jahr wiederholt.

Sprachauffälligkeiten gibt es hier bei jedem 2. Kind. Daher setzt man in Monheim ganz besonders auf die Frühförderung. Jedes Kind, das in die Kita kommt, wird einer diagnostischen Untersuchung unterzogen. In den Schulen arbeiten neben den Pädagogen auch Sozialpädagogen und Sprachheilpädagogen.

Jedes neu geborene Baby wird in seiner Familie von einer Betreuerin des Jugendamtes besucht und mit einem Begrüßungspaket mit kleinen Geschenken bedacht sowie über vielfältige Hilfsangebote informiert. So hat das Jugendamt einen Überblick über jede neue Familie und kann sich ein Bild über eventuelle Problemfälle machen und rechtzeitig Hilfe anbieten bzw. einschreiten.

Die Finanzierung von Mo.Ki erfolgt überwiegend von der Stiftung Wohlfahrtspflege, die beispielsweise für Mo.Ki 0 700.000 Euro bereitgestellt hatte und jetzt für Mo.Ki III 800.000 Euro (in insgesamt 3 Jahren). Damit wird Mo.Ki im Sommer erstmals an einer weiterführenden Schule starten.

Bereits jetzt sind Erfolge sichtbar. So hat sich die Anzahl der Kinder aus dem Berliner Viertel, die als weiterführende Schule das Gymnasium und nicht die Hauptschule wählen, stark erhöht. Durch MoMo hat jedes Kind, vor allem aber auch Kinder aus ärmeren Familien die Gelegenheit, sein Interesse oder Talent im musikalischen Bereich zu entdecken.

Im Anschluss an den kurzweiligen und informativen Vortrag von Frau Berg gab es noch eine lebhafte Diskussion. Zum Schluss führte Frau Berg durch das Haus der Chancen. Abschließend kann festgestellt werden, dass Monheim am Rhein mit den Programmen Mo.Ki und MoMo umfassende Modelle für die Entwicklung und Chancengleichheit aller Kinder entwickelt hat und auf einem sehr guten Weg zur Hauptstadt des Kindes ist.

 

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