Freitag, den 2. Dezember 2011 | 30plus-Themenabend

Einzelhandelsentwicklung in Monheim am Rhein

Am 02.12.2011 veranstaltete PETO30plus! einen Themennachmittag/-abend über die Einzelhandelsentwicklung in Monheim am Rhein. Daniel Zimmermann und die City-Managerin Petra Mackenbrock begrüßten etwa 25 interessierte Bürgerinnen und Bürger an den Pavillons auf der Krischerstraße.

An Ort und Stelle sollten während eines Rundgangs Informationen über geplante Maßnahmen zur Belebung des Einzelhandels in der Innenstadt erläutert werden sowie bereits realisierte Projekte besucht werden.

Zunächst stand die Krischerstraße im Fokus. Eine Möglichkeit, diesen Bereich zu modernisieren wäre, die Pavillons, die bis auf den Kiosk-Pavillon in den vergangenen Jahren häufig leer standen zugunsten einer verbreiterten Krischerstraße abzureißen und den Ladenlokalen die Möglichkeit zu einer erweiterten Straßengastronomie zu bieten. So könnte das Flanieren auf der Straße attraktiver gestaltet werden.

Ein Planungswettbewerb soll unter drei Planungsbüros ausgeschrieben werden. Die Ergebnisse und mögliche Lösungen werden dann vor einer Umsetzung mit den Einzelhändlern bzw. Eigentümern der anliegenden Geschäfte diskutiert werden. Die Parkplätze sollen dabei in ihrer Summe erhalten bleiben.

Konkretere Pläne gibt es bereits für den Kreuzungsbereich Krischer-/Alte Schulstraße/Gartzenweg. Im Sommer 2012 wird es hier im Anschluss an den neuen Busbahnhof eine umfassende Neugestaltung geben. Dabei stehen verschiedene Varianten zur Auswahl. Dazu zählt zum Beispiel ein Mini-Kreisverkehr, der in der Mitte für große Fahrzeuge befahrbar bleibt, oder eine „normale“ Kreuzung, die jeweils in die Umgestaltung des Rathausvorplatzes einbezogen wird. Die Hecke entlang des Rathausvorplatzes wird aus Gründen der Übersichtlichkeit und Transparenz verschwinden. Bänke und Sitzgelegenheiten sind geplant, die zusammen mit der Bodengestaltung fächerförmig auf den Haupteingang des Rathauses zulaufen sollen.

Ein Kreisverkehr hätte den Vorteil, den Bürgersteig vor dem Café Primavera zu erweitern, was zu einer vergrößerten Außengastronomie führen würde. Problematisch wäre die Variante der „normalen“ Kreuzung, da die Einmündung Alte Schulstraße sowie die Einmündung Gartzenweg sich nicht genau gegenüberliegen, was in den vergangen Jahren für die Linksabbieger (sowohl Autos als auch vor allem Fahrradfahrer) immer wieder problematisch gewesen ist. So würde die Variante Mini-Kreisverkehr mit der Befahrbarkeit vor allem für den Busverkehr erhebliche Vorteile bringen. Die Bauzeit würde für beide Varianten ähnlich sein. Von der Verkehrsfläche unterscheiden sich die Varianten in lediglich 20 m² verbauter Fläche (350 m² zu 330 m²).

Bei der Variante Kreisverkehr muss natürlich auch die Zufahrt zu den Parkplätzen der Bücherstube Rossbach gewährleistet sein. Zu längeren Bauzeiten kann es lediglich deswegen kommen, weil gleichzeitig ein lange geplantes Bauvorhaben in der Alten Schulstraße (Kanalbauarbeiten) realisiert werden muss. Die Kanalrohre müssen durch Rohre mit erheblich vergrößertem Radius ausgetauscht werden. Derzeit werden weitere Varianten der Kreuzungsumgestaltung erarbeitet, da es unter den Anliegern Vorbehalte gegen einen Kreisverkehr im bisher geplanten Maße gibt. Nach einer Diskussion mit anliegenden Einzelhändlern und Eigentümern über die verschiedenen Varianten wird es voraussichtlich im März/April eine Entscheidung über die Gestaltung des Kreuzungsbereiches geben.

Nach dem Bau des Monheimer Tors und der Umgestaltung des Busbahnhofs wirkt der Centerbogen übersichtlicher, moderner und großzügiger, auch durch die Verringerung der Anzahl der Taxiplätze. Vom Land kamen für den Umbau ca. 85 % der entstandenen Kosten. Die Umgestaltung des oben erwähnten Kreuzungsbereiches konnte nicht in einem Zug realisiert werden, weil die Landeszuschüsse auch nur in Etappen fließen und die Umgestaltung daher den finanziellen Möglichkeiten angepasst werden musste.

Der zum Busbahnhof liegende Eingang zum Rathauscenter wird noch erfolgen. Der Bauantrag des Rathauscentermanagements wurde erst kürzlich gestellt und wird zügig von der Stadt bearbeitet werden, damit die Niveaus angeglichen werden können und der Eingang barrierefrei gestaltet werden kann.

Die Tiefgarageneinfahrt sollte ursprünglich verlegt werden, aber das Angebot der Stadt, 60 % der Umbaukosten zu übernehmen, wurde vom Rathauscentermanagement abgelehnt. Die Vermutung liegt nah, dass keine Investition mehr getätigt werden wollte, weil das ganze Objekt (Rathauscenter I und II) derzeit zum Preis von 18 Millionen Euro zum Verkauf steht. Bei gegenseitiger Rücksichtnahme von Fußgängern und den die Tiefgarage frequentierenden Autos ist aber auch die momentane Situation akzeptabel. Die Autofahrer werden demnächst noch über ein Warnschild zur Rücksichtnahme auf die querenden Fußgänger aufmerksam gemacht, ggf. werden auch reflektierende Barrieren aufgebaut. Außerdem wurden in der Zwischenzeit Flugblätter an die Autofahrer verteilt, um sie für die besondere Situation zu sensibilisieren. Ein Fernziel ist allerdings, die TG-Zufahrt zu entfernen und die Zufahrt vom Berliner Ring aus zu ermöglichen. Die Stadt wird dieses Vorhaben mit 600.000 € bezuschussen. Das Angebot der Stadt bestand von Anfang an und wurde zum damaligen Zeitpunkt vom Rathausmanagement abgelehnt.

Das Monheimer Tor, in das 16 Millionen Euro investiert wurden, ist gut angenommen werden und trägt zu einer Attraktivität der Einzelhandelsentwicklung in Monheim bei. Deichmann und Ernsting’s Family sind ins Monheimer Tor umgezogen, der Leerstand wurde durch ein Schuh-Outlet und eine Erweiterung von Bianco-Moden ausgeglichen. Über dem Eingang vom Monheimer Tor ist in Höhe des Parkdecks ein Fensterbereich zu sehen, wo später ein Café mit Ausblick auf den Busbahnhof einziehen soll. Inzwischen ist auch die Benutzung des Parkdecks des Monheimer Tors in der 1. Stunde kostenfrei.

Der Kaufpark, der auch gerade umgebaut und attraktiver gestaltet wurde hat noch eine Betriebspflicht von 2-3 Jahren. Sollte sich der Supermarkt danach aus Monheim zurückziehen wollen, wäre die Möglichkeit für die Ansiedlung eines Fachmarkts für Elektronik gegeben. Wichtig für eine solche Ansiedlung wäre, dass das Umfeld, also das Einzugsgebiet potentieller Käufer dahingehend entwickelt, dass ein solcher Markt Chancen für eine Ansiedlung sieht, wobei mit dem Bau des Monheimer Tors ein Schritt in die richtige Richtung gemacht worden ist.

Frau Mackenbrock berichtete von einer mit IHK zusammen durchgeführten Kundenbefragung 2005 und 2011. Dabei konnte man erfahren, dass 2011 im Vergleich zu 2005 viel weniger Kunden mit dem Auto in den Innenstadtbereich kommen als damals. Bei der Frage nach dem Parkplatzangebot ergab sich, dass es derzeit kein Parkplatzproblem gibt. Die Einzelhändler hatten sich eine Reduzierung der Parkzeit von zwei auf eine Stunde gewünscht, was auch inzwischen umgesetzt wurde.

Die Kaufkraftbindung ist von 62 % in 2001 auf 82 % in 2011 gestiegen. Viel mehr wird von der Stadt Monheim durch seine außergewöhnliche geographische Lage mit dem Rhein im Westen nicht erwartet. Bei Städten wie Langenfeld oder Hilden ist eine Kaufkraftbindung von bis zu 120 % möglich. Für Monheim ist daher ein ordentlicher Branchenmix für den kurz- bis mittelfristigen Bedarf geplant. Die Befragung ergab auch, dass es 2005 einen durchschnittlichen Tageseinkauf von 17 bis 18 Euro gab und 2011 einen durchschnittlichen Tageseinkauf von ca. 27 Euro pro Tag. Gesunken ist hingegen die Aufenthaltsdauer in der Innenstadt. Deshalb soll die Aufenthaltsqualität weiter erhöht werden.

Die Parkplätze auf der anderen Seite der Heinestraße sind bisher schlecht ausgelastet. Deshalb ist ein Bypass von der Opladener Straß bzw. Berliner Ring zur Heinestraße geplant, um die dort liegenden Parkplätze besser auszulasten.

Das einzige noch in der Heinestraße zwischen den Bürohäusern und Ladenlokalen liegende Wohnhaus ist die alte Menk-Villa. Das Haus steht zum Verkauf. Der Investor will die Lücke mit einem Haus mit unten liegenden Ladenlokalen und darüber liegenden Büroräumen oder Wohnungen schließen. Bedingung für die Realisierung ist die Anbindung an die dahinterliegenden Parkplätze.

Hinter der Sparkassenfiliale in der Heinestraße soll der Bypass angelegt werden und hinter der Menk-Villa sollen die Parkplätze verbunden werden. Derzeit gibt es ca. 1000 Fahrzeugbewegungen pro Tag in der Friedhofstraße. Auch zur Entlastung der Anwohner der Friedhofstraße soll der Bypass vom Berliner Ring dienen. Die kürzlich stattgefundene Bürgerbeteiligung hat erbracht, dass die Anwohner mit der Planung des Bypasses einverstanden sind. Durch die erhöhte Nutzung des Parkraumes erhofft man sich eine Erhöhung der Publikumsfrequenz des Rathauscenters.

Das ehemalige Postgebäude und die derzeit von Kik genutzte Verkaufsfläche würden sich z.B. auch für ein größeres Objekt eignen. Die Sparkassenfiliale ist für die Bedürfnisse der Sparkasse zu klein, da es zu wenig Beratungsplätze gibt. Es wird von Seiten der Sparkasse mit einem Standortwechsel geliebäugelt. Mit der Fusion der Sparkasse mit der Stadt-Sparkasse Düsseldorf ist allerdings die Erhaltung von drei Standorten verbunden, so dass es insgesamt drei Standorte in Monheim und Baumberg geben muss. Eventuell zieht die Sparkasse an den Ernst-Reuter-Platz.

Wie früher schon einmal wird es bald wieder einen Stadtteilmanager für das Berliner Viertel geben. Er wird sich u.a. auch um die Belebung des Ernst-Reuther-Platzes kümmern, verkaufsoffene Sonntage veranstalten u. Ä. Eine andere Aufgabe wird der Aufbau und die Pflege eines Eigentümernetzwerkes sein, um einen geeigneten Branchenmix zu erreichen. Den Eigentümern ist dieser Branchenmix derzeit nicht wichtig, wenn sie ihr Objekt vermieten. Da soll ein Umdenken und Mitarbeiten erfolgen.

Einmal im Jahr sollen die Eigentümer der fünf Innenstadtbereiche eingeladen werden, um ihnen die Ziele zu erläutern. Je höher die Frequenz ist, umso mehr Branchen interessieren sich für den Standort. Der Vorteil für die Eigentümer liegt auf der Hand. Sie können letztendlich dann ihre Mieten erhöhen und somit positiven Nutzen aus der Entwicklung ziehen.

Barrierefreiheit soll ebenfalls erreicht werden und große Schaufensterflächen sollen die Attraktivität erhöhen. Als Grundlage dient das Ladenflächenkataster (das beinhaltet z.B. wo die Läden liegen, wie groß ist die Verkaufsfläche, welche Eigenschaften haben die Lokale). Alle zwei Jahre wird dieses Kataster aktualisiert. Auch hier erfolgt eine Zusammenarbeit mit örtlichen Partnern wie der IHK. Auch der Einzelhandelsverband veranstaltet Frühstücke mit Vorträgen zu diesen Themen.

Weitere Aktivitäten: Zwei bis dreimal im Jahr gibt es einen runden Tisch, zu dem einzelhandelsrelevante Akteure eingeladen werden (Marke Monheim, Treffpunkt Monheim, Altstadtwirte), um gemeinsame Ziele zu erarbeiten. Ein großer Baustein in diesem Zusammenhang ist das seit zwei Jahren sehr erfolgreich stattfindende Stadtfest, was auch viele Besucher aus den umliegenden Städten angezogen hat.

Zum Abschluss gab es ein gemütliches Zusammensein im Quartier 29 am Ernst-Reuter-Platz.

 

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