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DONNERSTAG | 22 MÄRZ 2007
„Glückskekse enthalten kleine Botschaften oder Weisheiten. Am kommenden Mittwoch, den 21.03.2007 wollen wir eure Weisheiten und Botschaften kennenlernen!“ so die Worte auf dem viel versprechenden Flyer, den die zehnjährige Bilge dienstags vor der Schule in die Hand gedrückt bekommt.
Im Rahmen der landesweiten Aktionswoche „Jugend bewegt Politik“ sollen Jugendliche wie Bilge bei der Aktion „Glückskekse-Backen im Rathaus“ die Möglichkeit haben, ihre politischen Wünsche zu äußern.
Der besagte Mittwoch ist gekommen. Es ist 13:16 Uhr. In der Rathausküche warten ein Kilo Mehl, zwei Pakete Puderzucker, 18 Bio-Freiland-Eier und 250 Gramm Markenbutter auf die Verarbeitung zum schicksalsschwangeren Keks. Wenig später beginnt die Glückskekstestphase: Eigelb wird von Eiweiß getrennt, der Teig wird angemischt, der Minibackofen wird vorgeheizt und auch die Pfannen werden zur Erwärmung animiert.
Schließlich ist es soweit: Doch der erste Glückskeks ist zunächst nicht mehr als ein brutzelnder Teigfladen in der Pfanne. Sobald er etwas fester ist, bekommt er seine Botschaft, wird über einen Glasrand geknickt und im Backofen fertig gebacken. Bald verrät ein himmlischer Duft seine Verzehrbarkeit und sofort stürzen sich jede Menge „Testpersonen“ auf den dampfenden Keks.
Um 13:51 Uhr erreicht die Bäcker der erste Lagebericht. Ein Hausmeister steckt seinen Kopf durch die Tür und verkündet: „Das ganze Rathaus ist in Aufruhr! Alle fragen wo der herrliche Duft herkommt.“
Um 13:58 Uhr startet plötzlich der Medienüberfall. Ein Kamerateam stürzt sich auf die überraschten Meister der Glückskekse, begleitet von einer mit einem Mikrofon bewaffneten Dame, die mutig mit selbigem zum offenen Kampf in der Küche übergeht. Beim zweiten Blick entpuppt sich die „Horde“ dann als Team der ZDF-Sendung Mona Lisa, das einen Bericht über die PETO in Verbindung mit der „Jugend bewegt Politik-Aktion“ drehen möchte.
14:17 Uhr. Die Aktion beginnt. Die Shootingstars, drei interessierte junge Mädchen, darunter Bilge, betreten den Rheinischen Saal. Zu Beginn erläutert Daniel den Ablauf der Aktion: Die Teilnehmer erhalten einige kleine Zettelchen, auf denen sie ihre politischen Wünsche, Fragen und Botschaften niederschreiben können. Diese sollen dann in Glückskekse eingebacken und später mit Abgeordneten diverser Parteien besprochen werden. Bei der Ratssitzung am späteren Nachmittag will man dann die wichtigsten Punkte in der Bürgerfragestunde nennen und dem Bürgermeister vortragen.
Doch erstmal zurück in den Rheinischen Saal: Während die drei Mädchen ihre Vorstellungen aufs Papier kritzeln, hopst der schnurrbärtiger Kameramann zwischen den Tischen und Stühlen herum. Sein Assistent hat große Mühe, mit dem Mikrofon an ihm dranzubleiben. Immer wieder werden Perspektiven geändert. Immer wieder muss Daniel seine Sätze wiederholen. Schließlich sind alle Wunschbilder im Kasten und die beiden verschwinden mit den neun Teilnehmern in der Küche. Hier sollen die Botschaften nun eingebacken werden. Der 17-jährige Matthäus verrät seinen politischen Wunsch: „Es soll auf jeden Fall nicht an der Jugend gespart werden, weil es geht ja um unsere Zukunft.“
Bilge hat da schon konkretere Vorstellungen: „Ja also die Autofahrer sollen auf die Fußgänger achten und nicht immer rasend schnell vorbei fahren!“ empört sich die 10-Jährige. In der Küche wird es nun richtig eng. Die zahlreichen Bäcker, PETOs und Reporter treten sich gegenseitig auf die Füße. Bis das richtige Bild von den brutzelnden Botschaftskeksen gedreht ist, vergeht einige Zeit.
Um 14:55 Uhr taucht die erste Politikernase auf und schnuppert sich durch die Küche. Ihre Besitzerin ist SPD-Fraktionsvorsitzende Ursula Schlößer, die zur Diskussionsrunde mit den Jugendlichen eingetroffen ist. Ein bisschen muss sie sich allerdings noch gedulden, obwohl ihr bei dem herrlichen Duft, den die Weisheiten in ihrer neuen Hülle nun verströmen, sicher schon das Wasser im Mund zusammen läuft. In der Küche wird nun mit Hochdruck gearbeitet. „Ja! Das sieht klasse aus! Die können jetzt in den Backofen“ so der motivierte Küchenchef Daniel Zimmermann, der die Teilnehmer in die Kunst des Glückskekse-Backens einweist.
Um 15:13 Uhr ist man am Punkt der Wahrheit angekommen: 7 Teller dampfender Glückskekse stehen vor den Teilnehmern und den Abgeordneten Ursula Schlößer (SPD), Annemarie Hein (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Ulrich Müller (CDU) und Ulrich Anhut (FDP). Reihum werden die Glückskekse geöffnet und diskutiert. Alle Punkte werden am Flip-Chart aufgenommen. Von „Abenteuerspielplatz“ über „Bolzplätze Sandberg“ „breitere Fahrradwege“ „Rauchverbot im Rathaus“ bis hin zu „Schulranzen zu schwer“ ist alles dabei. Am Ende beweisen sich die Forderungen nach „Mehr Busverkehr“ und „Mehr Shoppingmöglichkeiten“ als die bedeutungsschwersten.
16:22 Uhr. Zitternd spricht Matthäus ins Mikrofon. Er wurde ausgewählt, die wichtigsten Punkte vor dem Rat vorzutragen. Bürgermeister Dr. Thomas Dünchheim nimmt ausführlich Stellung zu den Fragen. Das Ziel des Nachmittages ist somit erreicht! Und so verlassen an diesem Abend viele glückserfüllte Gesichter das Rathaus.
geschrieben von Birte um 14:03 Uhr
DONNERSTAG | 8 MÄRZ 2007
Christian, Michael S. und ich saßen am Dienstag Abend, entsprechend unserer Berufung, im Ausschuss für Stadtplanung, Umwelt, Verkehr- und Bauwesen. Ab 17 Uhr berieten wir neben vielen anderen Dingen über das Haushaltsbuch, den Umweltpreis, Schloss Laach und das Rathaus Center III.
Dann endlich gegen 22 Uhr, nach inzwischen einer Verschaufpause und einer Beratungspause, wurden die mündlichen Anfragen aufgerufen. Entgegen Christians Rat, meine Anfrage auf das nächste Mal zu verschieben, weil er befürchtete, ich würde auf Grund der fortgeschrittenen Stunde gelyncht werden, hob ich meine Hand. Ein lautes „Frau Riedel!“ schallte von hinten durch den Saal, aber ich blieb tapfer und hielt meine Meldung aufrecht. Schließlich ging es um was! Karsten hatte mich darum gebeten, die Sache zu klären und die Situation konnte so wie sie war doch nicht bleiben!! Junge Menschen waren absolut orientierungslos. Das war unverantwortlich.
Worum es geht? Natürlich um den Weg von McDonalds nach Burger King in unserem schönen Monheim am Rhein. Auf der Straße, die von McDonalds zu Burger King führt, fehlt nämlich der Pfeil für die Geradeausfahrer. Die Spuren sind lediglich mit Pfeilen für das Links- und Rechtsabbiegen gekennzeichnet. Danach darf man also gar nicht von McDonalds nach Burger King fahren! Ok, wenn man Zeit hat, dann kann man sich denken, dass das nicht der Fall ist und wo man sich einzuordnen hat, aber wer hat schon Zeit, wenn er von McDonalds nach Burger King will?!
Die Verwaltung erklärte auf meine Frage jedenfalls, dass es sich dabei wohl um ein versehen handeln muss und die Bezeichung auf der Straße vervollständigt werden würde.
geschrieben von Lisa um 22:06 Uhr
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