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SAMSTAG | 26 JUNI 2010
In Monheim haben wir viele vor allem jugendliche Ehrenamtliche, die für ihre Arbeit bislang kaum offizielle Anerkennung bekamen. Das konnte endlich geändert werden. Im letzten Jugendhilfeausschuss wurde davon berichtet, dass die Verwaltung nach unserem Antrag viele Einzelhändler in Monheim gewinnen konnte um den Inhabern der Juleica (Jugendleitercard - eine Qualifikation, die die Ehrenamtlichen in einer Ausbildung erwerben können) Vergünstigungen zu gewähren. Hier ein paar Beispiele: das Mona Mare erlässt dem Inhaber, wenn er mit einer weitern Person da ist, den Eintritt, ebenso Marke Monheim bei Theaterbesuchen in der Aula, im Mondscheinkino oder ähnlichen Veranstaltungen. In der Stadtbücherei gibt es nun vergünstigte Ausweise, Erste-Hilfe-Kurse bei den Hilfsverbänden und auch die Anmietung eines Raumes im Haus der Jugend, dem Jugendclub Baumberg und Co wird günstiger. Auch soll es ein Bonusheft geben, in dem beispielsweise einmal Freikegeln im Haus der Jugend, ein Freigetränk und eine Popcorntüte beim Mondscheinkino, eine Gocard-Freifahrt und ein freier Eintritt bei einer Zick-Party enthalten sind.
Wir danken allen beteiligten Unternehmen in Monheim und freuen uns, dass durch Ihre Unterstützung dieses Konzept ab dem 01.08.2010 schon in Kraft treten wird.
geschrieben von Brinja um 18:18 Uhr
FREITAG | 18 JUNI 2010
Ein wenig einsam muss es ausgesehen haben, wie ich in der letzten Reihe des Zuschauerbereichs im Ratssaal saß. So war auch die Meinung des ein oder anderen Mitglieds, welches uns im Ausschuss für Stadtplanung, Umwelt, Bau- und Verkehrswesen am 09.06. vertreten hat.
Falls ihr euch fragt, wieso ich einsam aussah: Einer der Tagesordnungspunkte war mal wieder das altbekannte und nicht ganz beliebte Sportstättenkonzept. Und es schien, als wäre ich der einzig anwesende Zuschauer gewesen, welcher dem Konzept positiv gegenüber stand. Denn ich durfte mich der geschlossenen Anwesenheit der gesamten IGBBO (Initiative gegen Bebauung Baumberg-Ost) „erfreuen“.
Wenn man es genau nehmen möchte, ging es in erster Linie gar nicht um das Sportstättenkonzept, sondern um die „13. Änderung des Flächennutzungsplanes“. Doch auch dagegen wollte die IGBBO angehen. Der Beschlussvorschlag war es, einen Teil der Ackerflächen von Bauer Bosmann (ca. 14ha) in Wohnbauflächen zu ändern, um dort die Möglichkeit für Häuserbau zu eröffnen. Dies ist zwingend nötig, da im Monheimer Stadtgebiet bereits ein Großteil an Flächen vergeben ist, der demographische Wandel allerdings ein größeres Angebot an Wohnfläche verlangt. Dass dabei die Bezirgssportanlage (BSA) um ca. 400m verlegt werden kann, ist nur ein nützlicher Nebeneffekt. Der Neubau der BSA ein wenig östlicher zum jetzigen Standort birgt ein paar Vorteile. Zum einen wird es natürlich ein neues Fußballfeld geben, kombiniert mit einer 400m Laufbahn. Aber auch Wurfdisziplinen, wie Speerwerfen, sollen an der neuen BSA trainiert werden können. Außerdem ist der Lärmschutz nur noch in eine Richtung nötig.
Auch wenn die SPD eine Bebauung im Baumberger Osten ablehnt, war sie dennoch kompromissbereit und unterstützte diesen Antrag. Trotzdem gab es eine lange Diskussion darüber, warum nicht direkt die gesamte Fläche im Baumberg-Ost zu Wohnbaufläche gemacht werde. Dies bevorzugt nämlich die CDU, welche die „große Lösung“ für sinniger hält. Schlussendlich konnte der Antrag aber mit 8:7 Stimmen angenommen werden.
Alle Zuschauer, mich ausgenommen, waren sichtlich enttäuscht von der Abstimmung und viele verließen nach diesem TOP auch schleunigst den Ratssaal. Natürlich gab es auch noch andere Themen, doch da es meist nur Kenntnissnahmen oder Offenlagebeschlüsse für laufende Planungen waren, gab es zu den restlichen Punkten eher weniger bis keine Debatten.
Das interessanteste Thema bei den „Mündlichen Anfragen“ der Ausschussmitglieder war wohl die Situation der Ampeln an der Opladener Straße. Herr Apsel hat mit viel Mühe Videos gedreht und Autos gezählt um zu belegen, dass die Problematik zum Großteil am Verhalten der Autofahrer liege. Doch sowohl Lisa, also auch Frau Friedrich waren in der Lage aus eigenen Erfahrungsberichten zu bezeugen, dass man trotz vorbildhaftem Fahrverhalten oftmals vor roten Ampels stehe. Herr Apsel konnte aber schon bestätigen, dass die Umsetzung einer längeren Taktung bereits in Auftrag gegeben wurde. Bleibt zu hoffen, dass die neue Taktung hält, was sie verspricht.
geschrieben von Torsten um 23:18 Uhr
SAMSTAG | 10 APRIL 2010
Da steht er nun. Sperrig, nackt und mit aufgerichteten Ladeklappen. Daneben einige Linienbusse, dahinter ein Bett, ein Hippiebus, eine Lokomotive und ein Schiff im Rohbau. Knapp vier Wochen bleiben uns, um aus dem leuchtend orangen Anhängerungetüm in der BSM eine täuschend echte Schule zu basteln, mit der wir dann Rosenmontag die karnevalistischen Herzen der Monheimer Bevölkerung erobern können. Soweit der Plan. Bis jetzt steht da eben nur der große Anhänger.
In den nächsten Tagen sind wir an Engagement und Teamgeist wieder mal nicht zu übertreffen. Von 25 Teilnehmern schrauben fünf fleißig an der Unterkonstruktion, verkleiden sie mit überdimensional großer Pappe, bauen ein kleines Dach, zeichnen das Rathaus auf die Pappe und verwandeln es mit unzähligen Litern Farbe und ungebremster Kreativität in eine Schule. „So, jetzt noch die Wagennummer“, flötet Bianca und pinselt eine grüne 23 auf den Backstein – fertig. Das wurde auch höchste Zeit. In weniger als 48 Stunden soll es nämlich losgehen.
Auf den Zügen in der Umgebung stimmt sich ein jeder schonmal auf den tollsten der tollen Tage ein. Und dann ist es soweit. Am Montagmorgen tauchen schließlich auch die anderen 20 verschollenen Teilnehmer in der BSM auf. Sie haben die letzten Wochen im Untergrund offensichtlich mit der aufwendigen Herstellung von Schultüten für die Kamelle und der Restaurierung alter Scout-Tornister verbracht. „Oh Gott, der ist ja furchtbar eng“, lacht Ann, als sie versucht ihren Toni ohne fremde Hilfe auf den Rücken zu ziehen. „Bei mir ist sogar noch der Reflektorpolizist dran“, prahlt Lukas und rückt sich nochmal die Ballonmütze zurecht. Jana ist noch damit beschäftigt die letzten Aufnäher an ihrer modischen Allwetterjacke festzuklammern.
Aus der großen Anlage beschallen nun echte I-Dötzchen-Kracher die Schulkinder auf dem Schuldach. Jetzt gehts los, wir sind nicht mehr aufzuhalten. Jetzt gehts los, hier spielt die Musik. Unser Abgang hat ein bisschen was von Armageddon, als die Helden sich zu heroischen Klängen aus dem Hangar schleppen. Draußen parkt ein Reisebus und die niederländischen Insassen beobachten nun neugierig den Tross, der sich in Bewegung setzt. Langsam fahren die BSM-Tore nach oben und das knallrote Schulgebäude blitzt hervor. Geschleppt wird es von einem vor Kraft strotzenden Traktor. Allmählich kommt der transformierte Anhänger in Bewegung, die vorderen Schulkinder blicken schon in eine helle Sonne. KRACH.
Das wars. Die hohe Mottotafel macht uns einen Strich durch die Rechnung und bleibt im BSM-Tor hängen.
„Nu send de Pänz an de Macht, jo dann jot Nacht“, verkündet sie recht selbstironisch und gerade jetzt auch mit ein wenig Hohn. Aber alles kein Problem. Der Anhänger wird ein bisschen tiefergelegt und dann kann es auch schon mit Vollgas zu Familie Noth gehen. 15 Minuten später wird die Schule behutsam rückwärts vor die Nothsche Garage bugsiert vor der alle sechs Familienmitglieder, inklusive extra Handziehwagen mit unserem Motto schon begeistert warten. In Windeseile sind die mehreren Tonnen Wurfmaterial im Wagen verstaut und wir rollen zum Stellplatz auf der Knipprather Straße. Oh, erst 12 Uhr. überraschung, wir sind die ersten. Während einige Schulkinder sich bei Lukas einquartieren oder auf der Suche nach Kaffee in die Innenstadt ziehen, laben sich andere am heißen Getränk auf dem Wagen oder performen davor allseits beliebte Flieger- und Lasso-Hits. Hier wird auch nochmal der letzte Schliff am Kostüm vorgenommen. Nele schnappt sich Schwester Jana und beginnt mit der Flechtarbeit. Auch Jannes Haar ist noch nicht gebändigt. So vergeht die Zeit wie im Fliegerflug und aufeinmal ziehen virusinfizierte Schweine an uns vorbei. Zeit zum Aufbruch.
Auf dem Weg zum Zugstart kommen wir an allen anderen Gruppen vorbei, die wir frenetisch mit dreifachen Helaurufen begrüßen.
Als wir auf die Schwalbenstraße biegen, ist das jecke Volk schon außer Rand und Band. Auf dem Wagen greift Lisa mit beiden Händen in die Blumenkästen, um kurz darauf im hohen Bogen allerlei Bonbons und Weingummis zu verteilen. Da hat es die Fußgruppe hinter dem Wagen schon schwieriger. Die Kamelle aus großen schweren Schultüten werfend, werden jetzt auch noch lustige Tanzeinlagen zum Besten gegeben. Laut singend schmeißen Nele, Brinja, Svenja und Daniel die Beine hoch.
Etwa nach der Hälfte des Zuges sind meine Füße eiskalt und taub und ich klettere durch den Hintereingang auf die Schule. Erst jetzt fallen mir die vielen winkenden Leute in den Fenstern auf und ich versuche die ein oder andere Schokolade in die Wohnzimmer zu werfen. Leider treffe ich bevorzugt Hauswände, so dass ich mich wieder damit begnüge die süßen Tafeln den - ihrerseits verkleideten Schulkindern - vom Wagen zu reichen.
In der Altstadt erwarten uns wie immer die meisten Jecken. Wir werfen was das Zeug hält die letzten Reserven und dann ist alles auch schon wieder vorbei. Der Wagen rollte für eine letzte Nacht zu den Linienbussen und wir treffen uns am Abend größtenteils im Zelt der Gromoka am Schützenplatz wieder. In zelttemperaturfreundlicher Kostümierung feiert man hier bis in die frühen Morgenstunden.
Viel Zeit zum Ausruhen bleibt uns nicht. Am nächsten Morgen wird die Schule abgerissen und ihre Einzelteile in Holz-, Restmüll- und Pappcontainern entsorgt. Etwas wehmütig sind wir schon, als wir die Papp-Backsteinwand in den Container wuchten, aber eines ist ja klar: Im nächsten Jahr geht der Spaß wieder von vorne los.
geschrieben von Birte um 12:06 Uhr
MITTWOCH | 17 MÄRZ 2010
In die Serie der Ausschusssitzungen reihte sich am Dienstag, den 9. März dann auch der Ausschuss für öffentliche und soziale Angelegenheiten ein. Es ging, wie sollte es anders sein, hauptsächlich um die Haushaltsplanberatungen 2010 und deren Streitpunkte, die heftig diskutiert wurden.
Für die meisten Mitglieder im ösA sind die Sitzungen immer noch etwas besonderes. Denn abgesehen von den alten Hasen Karsten und Jens, die immer wieder den ein oder anderen vertreten, haben wir uns seit der Wahl alle neu in die Rathausgeschäfte einarbeiten müssen. Da weiß man manchmal vor lauter Kenntnisnahmen, Beschlussempfehlungen und Vorlagen nicht mehr wo einem der Kopf steht und worum es eigentlich geht. Aber natürlich hatten wir alles vorgesprochen, Wortmeldungen geplant und den absoluten Durchblick.
Nachdem alle Parteien für den internen Druck von Info-Broschüren gestimmt hatten (Jana hatte zuvor eine souveräne Wortmeldung ins Mikrofon vor uns abgegeben), ging es um das Freiziehen der Obdachlosenunterkünfte an der Rhenaniastraße. Nach ein paar Fragen der anderen Parteien war das Thema aber eigentlich auch besprochen und für den Haushalt gestimmt worden.
Mein Sorgenkind blieb der Krankentransport. Und der war nun an der Reihe. Wie auch unter der Woche übernehmen Malteser und DRK die Krankentransporte am Wochenende. Allerdings gehen die Einnahmen am Wochenende nicht an die tatsächlich im Einsatz gewesenen Rettungskräfte, sondern an den Rettungsdienst selber, der damit Vereinsgeschäfte finanziert. Dass die Rettungsdienste die Einsätze am Wochenende übernehmen dürfen, ist also ein kleiner Bonus, eine freiwillige Leistung von der Stadt an die Hilfsorganisationen. Der Vorschlag von der Verwaltung lautete nun die wenigen Krankentransporte am Wochenende selbst durchzuführen. Bei der CDU und FDP stieß das auf heftigen Protest. Sie argumentierten, dass die Organisationen ohne das Geld wirtschaftlich nicht mehr überleben könnten. Auch die SPD sprach sich dagegen aus, worauf die anwesenden Maltester auf den Zuschauerplätzen hörbar aufatmeten. Umso unangenehmer war es mir dann, den Sparwillen unserer Fraktion zu präsentieren. Bei der derzeitigen Haushaltslage muss man leider sparen wo es geht, so sehr wir das bedauern. Am Ende hatte ich nur die Hälfte von dem gesagt, was ich mir mal aufgeschrieben hatte, aber ich war zufrieden. Gegen den Haushalt stimmte natürlich trotzdem die Mehrheit.
Damit war der Haushalt durch und nachdem einige weitere kleinere Themen besprochen waren, dürften wir uns noch eine sehr interessante, bebildeterte Präsentation über die Wahl der direkt in den Integrationsauschuss zu wählenden Mitglieder ansehen.
Zehn Minuten später wurde die Sitzung beendet und wir blickten zufrieden auf die vergangenen zwei Stunden zurück. Das ist doch ganz gut gelaufen!
geschrieben von Birte um 18:44 Uhr
MONTAG | 8 MÄRZ 2010
Am Mittwoch, den 3.März um 17 Uhr fand im Ratssaal der Ausschuss für Stadtplanung, Umwelt und Verkehr statt. Neben der Haushaltsplanberatung standen viele interessante Punkte auf der Tagesordnung. Unter anderem ging es um die Bebauung in Baumberg-Ost.
Wie zu erwarten war, kam es im Bezug auf das Sportstättenkonzept zu heißen Diskussionen zwischen den Fraktionen. Bereits in der Bürgerfragestunde (zu der zahlreiche Anwohner aus dem Österreichviertel erschienen waren) wurde klar, dass dieses Thema auch bei der Bevölkerung auf großes Interesse und Emotionen stößt.
Dieses Mal bestand meine Wortmeldung aus einer Frage zum Haushaltsplan 2010. Auch wenn man sich auf diese Wortmeldungen vorbereitet, muss ich zugeben, dass einem schon mulmig zu Mute wird, wenn man sich in der Tagesordnung langsam dem Zeitpunkt der Meldung nähert.
Nach fast fünf Stunden waren die größten Themen besprochen und wir wurden Zeugen eines durchaus gelungenen Umweltvortrags von Herrn Anhut, der uns über die seltenen Tiere in unserer direkten Umgebung aufklärte und einen Ausbau der Naturschutzgebiete forderte.
geschrieben von Andreas um 11:52 Uhr
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